Ohrengraus für Schüler am Sportgymnasium

Vorarlberg / 08.10.2015 • 19:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nichts geht mehr bei den Schülern am Sportgymnasium. Sie haben den Lärm satt. Foto: Stiplovsek
Nichts geht mehr bei den Schülern am Sportgymnasium. Sie haben den Lärm satt. Foto: Stiplovsek

Lärm wegen Abbrucharbeiten im Messeareal führte zu Streik der Jugendlichen.

Dornbirn. Ohren zuhalten und streiken. Das war am Donnerstag die Reaktion der Sportgymnasiumschüler auf die Abbrucharbeiten im Messeareal in unmittelbarer Nähe des Schulgebäudes. Unterstützt wurden sie dabei von den Lehrern mit Direktor Josef Spiegel (59) an der Spitze. „Die Lautstärke, die beim Abschremmen von Betonplatten entsteht, ist unzumutbar. Ich verstehe die Schüler“, äußert sich der Schulleiter unmissverständlich.

Nicht verstanden

Als Lärmopfer fühlen sich am Sportgymnasium speziell jene fünf Klassen, deren Klassenzimmer nach Westen hin ausgerichtet sind. Aber auch jene Schüler, die die vier Container-Schulräume frequentieren, sind von den Beeinträchtigungen betroffen. Der Unterricht in den anderen Klassenräumen fand programmgemäß statt. Wie störend der Lärm sei, beschreibt Sebastian Seyr von der 701. „Als eine Klassenkollegin in Geschichte einen Text vorlas, habe ich das nur eine Bankreihe weiter hinten nicht verstanden. Kein Wort. Sowas kann man uns doch nicht zumuten.“ Schulsprecher Pierce Lange von der 803 schlägt vor, dass die Schüler auf breiter Front auf ihr Problem aufmerksam machen. „Wir wollen zum Landesschulrat gehen, zur Dornbirner Bürgermeisterin und zum Landeshauptmann. Die sollen wissen, welchen Belastungen wir ausgesetzt sind.“

Lange hat sich bezüglich Lärmbelastungen schlau gemacht. „Die Toleranzgrenze liegt bei 50 Dezibel. Wir haben hier während dieser Bauarbeiten 80 und noch mehr.“ Er, Pia Burtscher, Laura Huber, Ruwen Wielander und Sebastian Seyr sind zusammengekommen, um Informations- und Protestmaßnahmen auszuhecken und umzusetzen. Ruwen macht auch auf andere Missstände aufmerksam. „Es ist ja nicht so, dass wir hier nur unter dem Lärm leiden. In den westseitigen Klassenräumen zieht’s. Es wird bald einmal kalt, wir sitzen oft in Winterjacken da.“

Pia erzählt, wie ihre Klasse wegen des Lärms am Mittwoch den Klassenraum verließ. „Wir haben uns in den Gängen draußen hingesetzt, um wenigstens etwas zu verstehen.“ Heute werden sie kurz nach acht Uhr eine Stunde lang gegen die Zustände protestieren.

Andere Klagen

Für Lehrervertreter Thomas Stockklauser (51), seit vielen Jahren am Sportgymnasium, bietet die Aktion der Schüler den Anlass dafür, auf grundsätzliche Mängel des Standorts hinzuweisen. „Es ist höchste Zeit, dass wir uns wehren. Wir sind in Bezug auf die Raumsituation gegenüber anderen Gymnasien krass benachteiligt. Es gibt hier keine Bibliothek und kein Besprechungszimmer. Man erwartet von uns in Zeiten der Zentralmatura Spitzenleistungen, ohne die entsprechenden Rahmenbedingungen für uns bereitzustellen“, klagt Stockklauser.

Man soll wissen, welchen Belastungen wir hier ausgesetzt sind.

Sebastian Seyr