Auch Vorarlberger meiden Ägypten

Vorarlberg / 08.11.2015 • 18:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Leere Strände in Sharm el Sheikh. Die Terroristen scheinen ihr Ziel erreicht zu haben. Foto:AP
Leere Strände in Sharm el Sheikh. Die Terroristen scheinen ihr Ziel erreicht zu haben. Foto:AP

Erste Umbuchungen bei Ägypten-Reisen. Hoffen auf Hurgada als stabile Destination.

SChwarzach. Ägypten ist nicht gleich Sharm el Sheik. An diese Hoffnung klammern sich jene Vorarlberger Reisebüros, die Urlaube ins Land der Pharaonen anbieten und auch verkaufen. „Ja, es hat bei uns nach der Flugzeugkatastrophe erste Stornierungen beziehungsweise Umbuchungen für Ägypten-Reisen gegeben“, räumt Patrick Moosmann (46), Geschäftsführer von 5 vor 12 Reisen in Feldkirch und spezialisiert auf Ägypten ein. 20 bis 30 Kunden seines Reisebüros befänden sich derzeit in Ägypten, die wenigsten davon in Sharm el Sheik. Dieser Ort ist durch terroristische Aktivität schon seit Längerem in Verruf geraten. „Während sich früher unsere Ägypten-Buchungen gleichermaßen auf Hurgada, Marsa Alam und Sharm el Sheikh verteilten, gehen jetzt 80 Prozent auf die zwei erstgenannten Destinationen, speziell auf Hurgada. Wir können nur hoffen, dass Hurgada sicher bleibt“, erläutert Moosmann die Situation seines Unternehmens. 5 vor 12 Reisen habe im Land der Pharaonen schon seit Jahren einen verlässlichen Partner. „Und wenn sich einer unserer Kunden, die sich derzeit in Ägypten befinden, trotzdem mit uns in Verbindung setzen möchte, sind wir selbstverständlich 24 Stunden erreichbar“, stellt der Touristiker klar.

Sharm el Sheikh out

Bei aller Tragik der aktuellen Ereignisse mit dem mutmaßlichen Bombenterror im russischen Flugzeug sei er froh, dass die Herbstferien vorbei sind. „Wir hatten zu jener Zeit 100 Kunden in Ägypten, einige auch in Sharm el Sheik. Diese Situation wäre für uns schwieriger gewesen“, erläutert Moosmann. Beeinflussen könne man ohnehin nichts. „Auf Bedrohungen reagiert der Markt von selbst. Und auch die Airlines. Fliegen diese bestimmte Destinationen nicht mehr an, dann kannst du gar nichts machen.“ Man müsse sich in der Touristikbranche schnell auf bestimmte Ereignisse einstellen und auch sehr flexibel reagieren.

Keinerlei Problem mit dem Ägypten-Markt als Ganzes sieht Klaus Herburger (56), Sprecher der Vorarlberger Reisebüros. „Wir haben in letzter Zeit eine Stabilisierung der Verhältnisse in Ägypten festgestellt. Sharm el Sheikh ist ohnehin kaum mehr in unserem Programm vertreten. Nil-Kreuzfahrten und andere Destinationen haben jedoch wieder an Zugkraft gewonnen“, beschreibt Herburger die aktuelle Lage aus seiner Sicht.

Hohe Anschlagsgefahr

Es bestehe eine Gefahr durch Anschläge im ganzen Land. Die touristischen Destinationen seien potenziell gefährdet, weshalb zu erhöhter Vorsicht geraten werde, heißt es aus dem Außenministerium.

Derzeit sind noch mehr als 300 Österreicher in Sharm el Sheikh. Zwar brachte die Fluglinie flyniki am Sonntagfrüh österreichische Urlauber zurück, allerdins seien auch ungefähr ebenso viele neue Touristen mit der Maschine am Samstagabend in den ägyptischen Badeort gereist. 

Mittlerweile gehen auch ägyptische Ermittler davon aus, dass der Absturz des russischen Verkehrsflugzeuges das Resultat einer Bombenexplosion war.

Wir sind an den Urlaubsorten für unsere Kunden erreichbar.

Patrick Moosmann