All-inclusive and very english

18.08.2016 • 17:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bewegungsmöglichkeiten gibt es für die Jugendlichen rund um das Sportcamp mehr als genug. 
Bewegungsmöglichkeiten gibt es für die Jugendlichen rund um das Sportcamp mehr als genug. 

Englisch-Camp im Ebnit als neue Form einer kreativen Ferienwoche mit Kindern.

Ebnit. „Do you speak English?“ Diese Frage müssen sich die 23 Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen acht und 15, die sich derzeit im Sportheim Ebnit aufhalten, gar nicht mehr stellen. Schließlich haben sie ganz einfach Englisch zu sprechen. Und zwar von morgens bis abends, über alles und mit jedem bzw. jeder. Das leitet sich aus dem Zweck des Zusammenseins ab.

Die 19 Vorarlberger und vier spanischen Kinder sind in einem Englisch-Camp. Und da wird – of course – bedingungslos Englisch gesprochen. „Natürlich“, grinst Camp-Leiterin Hannah Wiedemann, „geht’s nicht immer ausschließlich in Englisch. Wenn etwa die jüngeren Teilnehmer nicht alles verstehen, müssen wir schon auch auf die Muttersprache zurückgreifen. Oder wenn es sich um Sicherheitsinstruktionen beim Flying Fox dreht. Da geht Sicherheit durch unbedingtes Verständnis des Gesagten vor.“ 

Kinder begeistert

Aber sonst? „We have not … äh … verstanden“, sagt ein Mädchen zum instructor, während der zur Erklärung des Memory-Run-Spieles ansetzt. „Please give me your attention for a few minutes“, sagt Thomas Cejna, auch in seinem Brotberuf ein Englischlehrer.

Die Kinder sind begeistert. Jan (13) aus Barcelona erzählt, dass dieses Camp absolut gut für sein Englisch sei. Aber fast noch besser für Körper und Seele. Denn was den Kindern und Jugendlichen alles geboten wird, lässt in der Tat kaum Wünsche offen: Flusswandern, Reiten, Fußballspielen, Gesellschaftsspiele, Flying Fox, Klettern oder einfach Herumspringen. Es kann viel, dieses Camp, sehr viel. Und wenn man dann noch mit besseren Englischkenntnissen wieder wegfährt als man gekommen ist – dann sind dass All-inclusive-Ferien allererster Güte.

Neuauflage geplant

Hauptorganisatorin Hannah Wiedemann (23) will ihr Projekt auf alle Fälle wiederholen und weiter verbessern. „Ich möchte im kommenden Jahr ein Camp mit einer Gruppe machen, die zur Hälfte aus spanischen Kindern besteht. Auch soll es zehn Tage dauern, und nicht fünf. Zudem plane ich, eine englische Native Speakerin aus Liverpool einzuladen.“

Der Lehramtsstudentin für Spanisch und Sport kam die Idee zu diesem Projekt während ihres Au-pair- und Hilfslehrer-Aufenthaltes in Spanien. „Es entstand aus einem Mitleid für jene Kinder, deren Eltern sie aus finanziellen Gründen in den Ferien nicht irgendwo nach England in eine Sommerschule schicken konnten.“

So kostet das Lager im Ebnit die spanischen Teilnehmer nur etwa 600 Euro, für die Vorarlberger Jugendlichen 250 Euro.

Unterstützer Erwin Reis

Als wichtigen Unterstützer für ihr Vorhaben fand die Lustenauer Studentin Mr. Gymnaestrada Erwin Reis (66). Er, der im Ebnit mehrere Camps ermöglicht und für das jetzt laufende Englisch-Camp den Allgemeinen Sportverband Österreich (ASVÖ) als Partner gewinnen konnte, freut sich mit Hannah Wiedemann. „Es ist schön, wie Hannah mit ihrem Team hier etwas so Tolles veranstaltet.“

Nächstes Mal wird eine Native Speakerin aus Liverpool dabei sein.

Hannah Wiedemann
Spiel, Spaß und vor allem Englisch. Die Kinder machen begeistert mit. Fotos: VN/Steurer
Spiel, Spaß und vor allem Englisch. Die Kinder machen begeistert mit. Fotos: VN/Steurer