106 Wohnungen auf Schiene

21.08.2016 • 17:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die ersten Wohnungen des Sonderwohnbauprogramms könnten noch heuer  bezogen werden. Foto: VN/Steurer
Die ersten Wohnungen des Sonderwohnbauprogramms könnten noch heuer  bezogen werden. Foto: VN/Steurer

Sonderwohnbau: Bald sollen Bagger auffahren. Sechs Einheiten schon geplant.

Bregenz. Sechs Millionen Euro für 150 Wohnungen. So steht es im Landesbudget für das Jahr 2016 unter dem Titel „Sonderwohnbauprogramm“. Mittlerweile naht der Herbst, und gebaut wurde noch nichts. Doch in Kürze sollen die ersten Bagger auffahren. 106 der 150 geplanten günstigen Wohnungen seien bereits auf Schiene, erklärt Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) auf VN-Nachfrage. Die Umsetzung einiger Projekte sei zu Beginn schwierig gewesen. Rüdisser ist aber optimistisch, dass alle geplanten Unterkünfte in diesem Jahr zumindest fixiert werden. Mit etwas Glück könnten die ersten Wohneinheiten am Ende des Jahres bezogen werden.

Zwei Projekte in Rankweil

Beste Karten für einen Einzug noch in diesem Jahr hat das Projekt in Mäder. An der Neuen Landstraße wird die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft des Landes, die Vogewosi, in Kürze mit dem Bau von 20 Wohnungen beginnen. Geht es nach Karlheinz Rüdisser, sollen die Wohnungen ab Baubeginn in vier bis fünf Monaten beziehbar sein. In Rankweil hat die Vogewosi ebenfalls 20 Wohnungen geplant, Baustart ist in Kürze. Fixierte Projekte der Wohnbauselbsthilfe befinden sich in Feldkirch-Altenstadt (17 Wohnungen), Götzis (etwa 25 Wohnungen), Rankweil (etwa zwölf Wohnungen) und Meiningen. Insgesamt umfassen die Projekte 106 Wohneinheiten.

„So wie es aussieht, wird es ungefähr 2200 Euro pro Quadratmeter kosten, einen solchen Wohnblock zu bauen“, berichtet Rüdisser. Im regulären Wohnbau liegt dieser Wert nicht selten bei 3000 Euro. Um die Kosten zu drücken, wird auf Lift und Tiefgarage verzichtet. Auch volle Barrierefreiheit ist nicht garantiert. Zudem werden Holzmodule vorgefertigt, die zukünftig in größerer Zahl und damit günstiger produziert werden können. Rüdisser bekräftigt allerdings: „Die Gebäude sollen dennoch nachhaltig gebaut werden, wir wollen keine Billigwohnungen.“ Auch die „Alpenländische“ wird im Rahmen des Programms Wohnungen errichten. Die Gesellschaft sucht derzeit mit dem Land nach neuen Grundstücken.

Mustervertrag erstellt

Vier der sechs Baugrundstücke für die fixierten Projekte gehören der katholischen Kirche. Ein weiteres der Vogewosi und eines der Wohnbauselbsthilfe. Dass erst zwei Drittel der geplanten 150 Wohnungen festgelegt wurden, liegt laut Rüdisser an den geänderten Anforderungen. „Wir mussten neue Verträge entwerfen. Nun gibt es Musterverträge, die wir auch für die anderen Projekte verwenden können.“ Außerdem sei es zu einigen Einsprüchen von Anrainern gekommen.

500 Euro Miete

Die Landesregierung hatte das sogenannte Sonderwohnbauprogramm vor einem Jahr angekündigt. Neben den jährlich geplanten 500 gemeinnützigen Wohnungen sollen damit weitere 150 besonders günstige Wohnungen errichtet werden. 100 Wohneinheiten werden den Gemeinden zur Verfügung gestellt, 50 sind für geflüchtete Familien reserviert. Diese haben es bei der Wohnungssuche besonders schwer. So soll es ihnen ermöglicht werden, aus den Asylquartieren auszuziehen. Eine Wohnung wird drei Zimmer auf ca. 65 Quadratmetern bieten und 7,90 Euro pro Quadratmeter Miete kosten, also rd. 500 Euro pro Monat.

Die Gebäude sollen dennoch nachhaltig gebaut werden.

Karlheinz Rüdisser

Sonderwohnbau

» 150 zusätzliche, besonders günstige Wohnungen pro Jahr

» Errichtungskosten: zwischen 2100 und 2300 Euro pro Quadratmeter

» Miete: rund 500 Euro für drei Zimmer auf 65 Quadratmeter (7,90 Euro pro Quadratmeter, inkl. Betriebskosten)

» Aktueller Stand: Sechs Projekte mit 106 Wohnungen sind auf Schiene. In Mäder startet in Kürze der Bau. Die Vogewosi baut zwei Wohngebäude, die Wohnbauselbsthilfe vier.

» Orte: Aktuell fixiert sind Projekte in Mäder, Feldkirch-Altenstadt, Meiningen, Götzis und zwei in Rankweil.