Und noch einmal muss die Vegetation bibbern

26.04.2017 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Analyse eines Totalschadens an Obstbäumen. Die Kälte kommt zurück.  Foto: VN/Steurer
Analyse eines Totalschadens an Obstbäumen. Die Kälte kommt zurück. Foto: VN/Steurer

Der hoffentlich letzte Angriff der Kälte auf Garten und Acker steht unmittelbar bevor.

Schwarzach. Helmut Carbonare (70), Hobbygärtner aus Altach und einer der Vorzeige-Ehrenamtlichen des Obst- und Gartenbauvereins, hat seinen Optimismus nicht verloren. „Klar ist viel kaputtgegangen die letzten Tage, aber nicht alles. Bei mir im Garten etwa haben einige Birnensorten überlebt.“ Von den Sträuchern und Büschen würde sich vieles wieder erholen, auch der Rasen habe keinen Schaden genommen. „Ich würde den Samstag noch vorbeiziehen lassen, aber nächste Woche kann man bereits wieder mähen“, sagt Carbonare.

„Der Rasen braucht jetzt eine gute Düngung“, weiß Profigärtner Reinhard Brunner (49). Der Höchster sieht im großen Kälteeinbruch auch Gutes. „Die Natur wurde in ihrem schnellen Wachstum gebremst. Das hat auch Vorteile.“ Er glaube nicht, dass noch einmal ein Frost kommen werde. „Ganz sicher wird es nicht mehr so schlimm wie letzte Woche.“

Kalt und nass

Nicht hundertprozentig sicher ist sich in der brisanten Frostfrage auch ZAMG-Mitarbeiter Stefan Reisenhofer. Doch schätzt er die Chancen auf Temperaturen unter der Null-Grad-Grenze in den Niederungen für die kommenden drei Nächte als sehr gering ein. „Am ehesten könnte es von Freitag auf Samstag passieren. Denn dann ist es in der Nacht klar.“

Keinen Zweifel gibt es darüber, dass die Gesamtwetterlage noch einmal sehr Erfrischendes und Nasses auf Lager hat. Die Schneefallgrenze liegt knapp über dem Talbereich. In anderen Wettermodellen könnte es sogar noch einmal bis in die Niederung schneien. Auf alle Fälle gibt es beträchtlichen Niederschlag. Das Niederschlagsmaximum kann bis zum Freitag hin 30 bis 40 Liter Wasser pro Quadratmeter erreichen.

Sonne ist in Sicht

„Das kalte Wetter der letzten Woche hat an allen Pflanzen Schaden angerichtet“, berichtet Brunner. Forsythien, Flieder, Felsenbirne, Schneeball und viele andere Blüher mehr – nichts kam laut Experten ungeschoren davon.

Ein Katastrophenjahr zeichnet sich wieder für den Buchsbaum ab. Nicht nur, das sich an der beliebten Zierpflanze wieder der so gefürchtete Buchsbaumzünsler zu schaffen macht, auch ein Pilz bedroht den Buchsbaum und scheint ihm endgültig den Garaus zu machen.

Helmut Carbonare will indes wieder an das Positive in der Natur denken. „Vieles wird sich wieder gut erholen und muss gut bewässert werden, wenn es dann wieder trocken wird.“

Und trocken wird es laut Stefan Reisenhofer ab Freitagnachmittag. Dazu gesellen sich ab Samstag auch wieder Temperaturen, die das Etikett frühlingshaft verdienen. „Am Samstag werden es 14 Grad sein, am Sonntag dann wieder bis zu 20“, kündigt der Wetterexperte erfreuliche Entwicklungen an.

Klar ist in den Gärten viel kaputtgegangen. Bei mir haben wenigstens einige Birnensorten überlebt.

Helmut Carbonare

Gartentipps

» Tragbare Pflanzentöpfe in geschützte Bereiche schaffen

» Vlies und/oder Folien als Kälteschutz um bereits gepflanztes Gemüse wickeln

» Geschwächten Rasen gut düngen, um ihm wieder Nährstoffe zu geben

» Unkraut entfernen

» Schnitt bei Bäumen und Sträuchern machen