Beitragsquellen sprudeln kräftig

Vorarlberger Gebietskrankenkasse bewegte im vergangenen Jahr über 1,2 Milliarden Euro.
Dornbirn. Sie zählt im Verbund der Krankenversicherungsträger eigentlich zu den kleinen Fischen. Finanziell steht die Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) allerdings besser da als viele andere. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 1,2 Milliarden Euro bewegt, und trotz gegenteiliger Prognosen gab es einen Überschuss von 400.000 Euro. Geschuldet ist die insgesamt erfreuliche Entwicklung der guten Wirtschaftslage, die um über vier Prozent mehr an Beiträgen in die Kasse spülte.
Verordnete Solidarität
Allerdings sind rund 50 Prozent dieser Erträge bereits zweckgewidmet. So muss etwa ein Drittel des Geldes für die bundesweite Krankenanstaltenfinanzierung abgeführt werden. Dabei handelt es sich zwar um eine Pauschale. “Aber die wird ebenfalls der Beitragsentwicklung angepasst”, erklärt Christian Weiß, Bereichsleiter der Abteilung für zentrale Dienste. Da macht jedes Prozent viel Geld aus. Der Pferdefuß: Steigen die Beiträge bei der VGKK um drei Prozent, die einer anderen Kasse jedoch nur um zwei Prozent, müssen die übrigen Kassen dieses Manko auffüllen. Der immer wieder gehörten Kritik, es werde viel zu viel Geld nach Wien geschickt, kann Weiß nur das gesetzlich verordnete Solidaritätsprinzip entgegenhalten. Auch die ärztliche Gesamtvergütung, die gut 153,3 Millionen Euro ausmachte, ist an die Beiträge gekoppelt. Der Vorteil einer solchen Regelung ist aus Sicht von Christian Weiß, dass zumindest eine gewisse Planungssicherheit gegeben ist.
Bei der VGKK sind derzeit mehr als 245.000 Personen versichert und mitversichert. Die daraus resultierenden Beiträge beliefen sich auf 516,6 Millionen Euro. Für Versicherungsleistungen fielen 580,4 Millionen Euro an. Der überhaupt größte Brocken machte mit 164,4 Millionen Euro die Überweisung an den Krankenanstaltenfonds aus. Bei den Medikamenten fiel die Steigerung mit 3,6 Prozent diesmal weniger hoch aus als befürchtet. “Nicht die Mengen sind das Problem, sondern die teuren Mittel”, merkt Christian Weiß an.
Viel Geld wurde auch für die Vorsorge bzw. Gesundheitsförderung in die Hand genommen. Gut 7,3 Millionen Euro waren es. Dieser Bereich werde weiter steigen. Die VGKK selbst will demnächst eine neue Burn-out-Prophylaxe unter dem Titel “Bewegung für die Seele” lancieren. Stolz ist die Kasse zudem auf die schlanke Verwaltung, die 2016 um 1,3 Prozent weniger kostete.
Nicht die Mengen sind das Problem, sondern die teuren Mittel.
Christian Weiß
VGKK-Daten 2016
» Beiträge von Pflichtversicherten: 343,3 Millionen Euro
» Beiträge von Pensionisten/Rentnern: 114,2 Millionen Euro
» Heilmittel: 112,5 Millionen Euro
» Zahnbehandlung:
26,4 Millionen Euro
» Krankengeld: 27,6 Millionen Euro
» Wochengeld: 17,6 Millionen Euro
» Transportkosten:
6,2 Millionen Euro
» Verwaltung: 13 Millionen Euro
» Beschäftigte: ca. 400