Pflegestudium kann endlich durchstarten

Vorarlberg / 26.07.2017 • 18:29 Uhr
Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Feldkirch wird bald auch einen akademischen Zweig beherbergen. Foto: stiplovsek
Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Feldkirch wird bald auch einen akademischen Zweig beherbergen. Foto: stiplovsek

Fachhochschule und Krankenpflegeschule Feldkirch besiegeln Kooperation.

Feldkirch. Lange wurde diskutiert und intensiv verhandelt. Doch jetzt ist auch das Bachelorstudium für den gehobenen Pflegedienst unter Dach und Fach. Für die akademische Ausbildung von Pflegefachkräften werden künftig die Fachhochschule Vorarlberg sowie die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Feldkirch sorgen. Dieser Tage wurde eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) als Trägerin der Schule besiegelt. Derzeit befindet sich der Studiengangsantrag in Ausarbeitung. Ende Oktober soll das Akkreditierungsansuchen für vorerst 25 Plätze beim Gesundheitsministerium eingereicht werden. „Damit können wir im Herbst 2018 mit dem ersten Hochschullehrgang beginnen“, freut sich Gesundheitslandesrat Christian Bernhard, dass sich sein erklärter Wunsch der Erfüllung zuneigt.

Ein „Veredelungsmodul“

KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch ist ebenfalls zufrieden mit dem geplanten gemeinsamen Hochschul­standort: „Für die Vorarlberger Landeskrankenhäuser ist es eine Ehre, zusammen mit der FH Vorarlberg am Standort Feldkirch die neue akademische Pflegeausbildung etablieren zu können.“ Fleisch spricht von einer auch bildungspolitisch bedeutsamen Kooperation, die da aus der Taufe gehoben werde. Die Praxisnähe zum akademischen Schwerpunktkrankenhaus bilde den perfekten Nährboden für eine professionelle Pflegeausbildung. „Damit erhält der Gesundheitsbildungscampus Feldkirch neben den schon etablierten ärztlichen und pflegerischen Aus- und Weiterbildungsmodulen ein zusätzliches Veredelungsmodul“, schwärmt der KHBG-Chef.

Seit September des vergangenen Jahres gilt die reformierte Pflegeausbildung. Sie sieht eine einheitliche dreistufige Ausbildung für Pflegekräfte und mehr Kompetenz für Fachkräfte vor. Neben der Pflegeassistenz gibt es die Pflegefachassistenz mit ein- bzw. zweijähriger Ausbildung. Die gehobenen Pflegefachkräfte werden ausschließlich akademisch an Fachhochschulen ausgebildet. Bis spätestens 2024 muss die Neuregelung umgesetzt sein. Die Ausbildung zu Pflegeassistenten und Pflegefachassistenten ist an den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen  bereits etabliert. Nun folgt alsbald das Studium. Der Unterricht erfolgt zum größten Teil an der Krankenpflegeschule in Feldkirch, einige Einheiten übernimmt laut Christian Bernhard die Fachhochschule, die außerdem zwei Lehrpersonen stellt.

Schule Unterland steht parat

Gestartet wird mit 25 Ausbildungsplätzen. „Meinem Empfinden nach dürften die jedoch nicht reichen“, meint Bernhard. Bei einem notwendigen Ausbau des Angebots soll auch die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Unterland mit ins Boot. Dass man sich vorerst auf die Schule in Feldkirch konzentriere, sei mit Verständnis aufgenommen worden. „Die Schule in Feldkirch ist bestens für die neue Aufgabe geeignet“, gibt sich Christian Bernhard überzeugt. Einem Alleingang der FH beim Pflege-Bachelor hatte er von Anfang an eine Absage erteilt. Er wolle bei der vorhandenen exzellenten Infrastruktur keine Parallelstrukturen.

Die derzeit noch laufende Zusammenarbeit mit der UMIT in Hall in Tirol, wo zahlreiche Vorarlberger Pflegewissenschaften studieren, bleibt nach Aussage von Bernhard vorerst bestehen.

Diese Kooperation ist auch bildungspolitisch bedeutsam.

Gerald Fleisch