Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Halt nur ein Job?

Vorarlberg / 19.09.2017 • 19:32 Uhr

Wie das eben so ist, wenn man ins Gespräch kommt: Irgendwann folgt die Frage nach dem Job. „Was machst du so?“ Maurer, Koch, Sekretärin … „Und, gefällt‘s dir?“ Da lautet die Antwort so oft: „Halt ein Job.“ Nur ein Job. Die Stimme gedämpft, die Gestik abwinkend. Warum ist das so?

Klar, es gibt eklige Arbeit und wenig beneidenswerte Lebensentwürfe. Aber die Grundstimmung „nur ein Job“ taugt nur zum Broterwerb. In der einen Zeit mühselig das Geld verdienen, das man in der schönen Zeit ausgeben kann. Die eine erdulden, um die andere zu feiern. Am Montag schon den Freitag im Visier haben, wie es die fröhlichen Morgenmoderatoren im Radio so gerne tun.

Dabei fehlte oft gar nicht viel vom „Job“ zum Beruf. Ein Dankeschön zum Beispiel, nicht einstudiert nach Managerlehrplan, sondern ehrlich, spontan. Oder ein gemeinsames Ziel, das wirklich alle kennen. So etwas kann einen Mitarbeiter regelrecht stolz machen. Der kommt sogar gerne aus dem Urlaub zurück. Verrückt? Eine aussterbende Spezies? Na, wir wollen es nicht hoffen.

Thomas Matt

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