Mit Ölgeschäften auf die Nase gefallen

Vorarlberg / 31.10.2017 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Geschäftsmodell mit Ölrecycling war ein Flop. Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, die Situation falsch eingeschätzt zu haben. EC
Das Geschäftsmodell mit Ölrecycling war ein Flop. Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, die Situation falsch eingeschätzt zu haben. EC

Investor betrogen und dafür verurteilt.

Feldkirch Es klang offenbar verlockend: Altspeiseöl aus Indonesien. Von Jakarta kam die Fracht in Tanks nach Rotterdam. Eine Spezialfirma wollte später in Holland daraus Biodiesel herstellen. Früher habe das einmal super funktioniert und gutes Geld gebracht, sagt der 54-Jährige, der nun 600 Euro pro Monat verdient. Er habe seinen Bekannten nicht absichtlich und vorsätzlich um 30.000 Euro betrügen wollen. 2015 wurde er schon einmal wegen Untreue verurteilt, auch bei diesem Fall von damals spielten etwas fragwürdige Investitionen im Ölgeschäft eine Rolle.

Zehn Prozent versprochen

„Ich hätte damals darauf reagieren müssen, dass man schon wesentlich weniger Geld für den Diesel bekam“, räumt der Mann ein, die Situation falsch eingeschätzt zu haben. Von den 30.000 Euro habe er seinem Bekannten bereits 12.000 Euro zurückbezahlt. Dafür habe er auch Belege, sagt der gescheiterte Geschäftsmann. Der Geschädigte behauptet, noch eine Rechnung über 24.600 offen zu haben. Fahrlässig, ja sogar dumm sei er gewesen, räumt der Unterländer ein, vorsätzlich jemanden über den Tisch ziehen, das sei nie seine Absicht gewesen, beteuert er nochmals. Nach einer Weile der Diskussion räumt der Mann aber dann doch ein: „Möglich, dass ich mich damit abfand, dass das Projekt nicht jene Gewinne erzielt, die ich vorgab.“ Dieser bedingte Vorsatz reicht, und die Angaben können als volles Geständnis gewertet werden, was dem Gescheiterten erhebliche Strafmilderung bringt. 1040 Euro muss er wegen schweren Betrugs bezahlen, derselbe Betrag wird auf Bewährung ausgesprochen. Dem geprellten Investor muss er noch weitere 17.800 Euro bezahlen. Hat er diese beiden Beträge bezahlt, ist die Sache vorerst vom Tisch. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC