Ikea-Votum wohl Ende Mai

Vorarlberg / 21.02.2018 • 21:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hier plant Ikea ein neues Projekt. Eine Bürgerinitiative lehnt es ab, Ende Mai soll darüber abgestimmt werden. VN/Hartinger
Hier plant Ikea ein neues Projekt. Eine Bürgerinitiative lehnt es ab, Ende Mai soll darüber abgestimmt werden. VN/Hartinger

Bereits jeder fünfte Wahlberechtigte unterstützt Volksabstimmung in Lustenau.

Lustenau Rund 1800 Unterstützungserklärungen sind in Lustenau nötig, um eine Volksabstimmung beantragen zu können. Die Unterschriften müssen innerhalb einer Frist gesammelt werden. Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Lustenau“ hat zum Beispiel bis 27. Februar Zeit, um eine Volksabstimmung über Ikea zu beantragen. Doch so viel Zeit ist gar nicht nötig. Am Mittwoch präsentierte die Initiative einen Zwischenstand: Demnach haben schon über 3000 Lustenauer die Abstimmung unterstützt. Bei rund 16.000 Wahlberechtigten ist das fast jeder fünfte Lustenauer. Dennoch läuft die Unterstützungsaktion weiter bis 27. Februar.

Melly Grabher von der Initiative erzählt: „Beim Sammeln haben wir gemerkt, dass uns vor allem Frauen und junge Menschen unterstützen. Ikea ist ja eigentlich ein Frauenthema, weil viele hingehen. Trotzdem unterschreiben sie.“ Auch Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP) ist beeindruckt: „So viele Unterschriften sind schon beachtlich.“ Er freue sich auf eine sachliche und spannende Diskussion in der Zeit bis zum Volksbegehren. Fischer rechnet damit, dass die Volksabstimmung Ende Mai stattfinden wird. „Zuerst müssen aber alle Einreichungen und Fristen passen“, fährt er fort. Am Ende bestimme die Wahlkommission den Termin.

Der Bürgermeister nimmt sich seine Schweizer Nachbarn zum Vorbild. „Ich verfolge viele Volksabstimmungen.“ Lustenau soll ein Best-Practice-Beispiel werden. Dazu gehören die objektive Information der Bevölkerung mittels Broschüren, aber auch Informationsveranstaltungen. „Wir planen eine Veranstaltung mit Experten, die unabhängig informieren“, schildert Fischer. „Da soll natürlich auch die Bürgerinitiative dabei sein.“ Diese plant eigene Veranstaltungen. Denn „Lebenswertes Lustenau“ hat sich professionalisiert, wie Wolfgang Verocai erläutert. „Wir haben Arbeitsgruppen mit unseren Experten eingesetzt, die verschiedene Themen bearbeiten.“ Mit den Ergebnissen wollen die Aktivisten eine eigene Informationskampagne starten.

Lob für die Stimmung

Dass sich Stimmen von außerhalb Lustenaus einmischen, kümmert die Initiatoren wenig, wie Simon Zünd bekräftigt. „Das ist ein Thema, das die Lustenauer betrifft. Ikea bringt Verkehr, aber wenig Arbeitsplätze und kaum Steuern.“ Verocai nimmt zudem Lustenaus Nachbarn in die Pflicht: „Wenn jetzt zum Beispiel beim Messepark erweitert wird und Burger-King kommt, bekommt Lustenau sicher 50 Prozent des zusätzlichen Verkehrs ab.“ Was der Bürgermeister und die Initiative lobt: Die Stimmung in Lustenau sei gut, so soll es auch bleiben. Oder wie Verocai mit Blick auf die Speicherteich-Diskussion sagt: „Wir wollen kein zweites Gaschurn.“