Vage Aussichten auf Lösung

Maßnahmenpaket soll Krankenhaus Dornbirn zumindest als Anlaufstelle sichern.
Dornbirn Der gute Wille ist da, eine Lösung zu finden aber offenbar schwierig. So blieben die Aussichten, den kinderonkologischen Schwerpunkt am Krankenhaus Dornbirn im bisherigen Umfang weiterführen zu können, auch nach dem Runden Tisch am Donnerstagabend vage. Denn alles steht und fällt mit der Bereitstellung von mindestens zwei onkologisch versierten Kinderärzten. Die Verantwortung für die Behandlung von krebskranken Kindern allein zu schultern, will die Leiterin der Pädiatrie, Primaria Edda Haberlandt, keiner Kollegin und keinem Kollegen zumuten. Dazu stand sie und wurde in dieser Meinung auch von den anderen Podiumsteilnehmern bestärkt. In der Praxis heißt das, dass in Dornbirn vorderhand nur noch orale, aber keine intravenösen Chemotherapien mehr durchgeführt werden. An diesem Punkt hatte sich bekanntlich der Unmut betroffener Eltern entzündet. Haberlandt sprach zwar von einer vorübergehenden Situation. Bei manchen Eltern regte sich jedoch die Befürchtung, daraus könne ein Dauerzustand werden.
Nur eine Ärztin blieb
Zahlreiche Väter und Mütter folgten der Einladung zum Runden Tisch. Etwa 100 Personen waren im Vorfeld der Informationsveranstaltung mit Transparenten vom Marktplatz zum Krankenhaus marschiert, um dort mit einer Mahnwache für den Erhalt der Kinderonkologie zu demonstrieren. Sowohl Gesundheitslandesrat Christian Bernhard wie auch Bürgermeisterin Andrea Kaufmann sahen sich genötigt, einmal mehr klarzustellen, dass es sich um keine Schließung handelt. „Ginge es darum, wäre ich die erste, die an vorderster Front dagegen kämpfen würde“, versicherte Kaufmann den Anwesenden. Sie betonte ausserdem, dass in der Vergangenheit zahlreiche Anstrengungen unternommen worden seien, um die Versorgung in der bisherigen Weise sicherzustellen. Drei Kinderonkologen wurden ausgebildet, aber nur eine Ärztin blieb. Auf ihr ruhen nun die ganz großen Hoffnungen.
Aber es gab auch Konkretes zu berichten. Zum einen wurden laut Christian Bernhard zwei zusätzliche Ausbildungsstellen für Kinderärzte in Dornbirn beantragt, zum anderen wird die Suche nach Kinderonkologen intensiviert. „Wir unterstützen dieses Bemühen aktiv“, versicherte Prof. Thomas Müller, Direktor der Pädiatrie I in Innsbruck. Zudem sollen Familien organisatorisch und finanziell unterstützt werden. Es gibt Hilfe für die Betreuung zu Hause, und auf Wunsch wird eine diplomierte Pflegeperson für die Fahrten mit kranken Kindern nach Innsbruck bereitgestellt. Das Spital organisiert bei Bedarf Transport und Unterbringung der Familien. Die Gebietskrankenkasse hat bereits finanzielle Zuwendungen für Transporte und Nächtigungen zugesagt. Der langjährige Primar der Pädiatrie, Bernd Ausserer, bezeichnete die begleitenden Maßnahmen als wichtige Verbesserung.
Routinekontrollen, die Versorgung bei akuten Problemen und Komplikationen sowie die psychosozale und palliative Betreuung bleiben in Dornbirn. Innsbruck stellt unter anderem eine Kontaktaufnahme rund um die Uhr sicher.


Es ist enorm wichtig, dass die Versorgung für kranke Kinder im Land stattfinden kann. Mit Dornbirn ist die Heimatnähe gegeben, und damit das wunderbare Werk, das vor 25 Jahren mit viel Herz gegründet wurde. Joe Fritsche, Bürserberg

Nähe hilft heilen – nach diesem Leitsatz soll für betroffene Kinder das Umfeld nicht auseinandergerissen werden. Oder in den Worten eines betroffenen Kindes: Innsbruck ist eine Klinik – Dornbirn ein Zuhause. Bianca Messner, Brederis

Neben der ärztlichen Versorgung ist für Kinder die Nähe zur Familie die beste Medizin. Deshalb muss Dornbirn erhalten bleiben. Als dreifache Mutter kann ich gut nachvollziehen, wie wichtig dieser Aspekt ist. Judith Schwärzler, Dornbirn

Vom wirtschaftlichen Standpunkt betrachtet entstehen bei den vielen Behandlungen in Innsbruck weit höhere Kosten als in Dornbirn. Vom gesundheitlichen: Das Umfeld der Familie fördert den Heilungsprozess. Martin Ohrmeier, Dornbirn