Kind an TBC erkrankt

Vorarlberg / 22.03.2018 • 20:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Verdachtsfall in Dornbirn hat sich bestätigt. Umgebungsuntersuchungen gestartet.

Dornbirn Vor einer Woche war die Nachrichtenlage gut. Der Verdacht, dass sich ein Kind in Dornbirn an den Kühen des eigenen Hofes an Tuberkulose (TBC) angesteckt haben soll, hatte sich bis dahin nicht erhärtet. Das Land gab sogar schon vorsichtige Entwarnung, mit Betonung auf „vorsichtig“. Eine Woche später ist klar, warum. Aus dem TBC-Verdacht ist ein TBC-Fall geworden, wie Gesundheitslandesrat Christian Bernhard auf VN-Anfrage bestätigt. „Dass sich der Verdacht nun doch bestätigte, hat uns schon ein bisschen überrascht. Aber in der Medizin kann das eben so passieren“, sagt er. Die Eltern des Kindergartens seien bereits am Donnerstagvormittag informiert worden, die sogenannten Umgebungsuntersuchungen nach dem Tuberkulose-Gesetz hätten bereits begonnen.

Bakterien entdeckt

Erst vor Kurzem hat sich der Verdacht bestätigt. „Wir haben das entsprechende Mykobakterium gefunden. Am Mittwoch hat mich der Sanitätsdirektor informiert“, berichtet Bernhard. Das Kind wurde bereits vorsorglich einer Therapie unterzogen, diese wird nun fortgesetzt. Ihm gehe es aber gut. Gleichzeitig startet eine Umgebungsuntersuchung.

Die Bezirkshauptmannschaft muss nun alle Kontaktpersonen herausfinden und benachrichtigen. Sie werden anschließend per Hauttest untersucht, zudem muss die Lunge geröntgt werden. Der Gesundheitslandesrat betont: „Das bedeutet aber nicht, dass alle Personen untersucht werden müssen, die nur einmal Kontakt zum erkrankten Kind hatten. Das gilt erst, wenn dies regelmäßig der Fall war.“ Dies dürften dennoch einige sein. Alleine die Kindergartengruppe besteht aus über 20 Kindern. Dazu kommen Spielkameraden, Eltern, eventuell Verwandte … Sie alle müssen nun unters Röntgengerät, in einigen Monaten dann zur Kontrolle noch einmal. „Ich schätze, dass in spätestens einem halben Jahr alles abgeschlossen ist“, sagt Bernhard. Bei den Geschwistern und den Eltern sei bisher jeder Test negativ gewesen.

Gut behandelbar

Wer sich nun aber vorstellt, dass der Kindergarten unter Quarantäne gestellt wird oder Schutzzonen eingerichtet werden, der irrt. Ganz so wie im Film sei es nicht. „TBC ist mittlerweile gut behandelbar. Außerdem kann es einige Zeit dauern, bis klar ist, ob sich jemand angesteckt hat.“ Für den öffentlichen Gesundheitsdienst sei der Ablauf nach so einer Diagnose jedenfalls nichts Außergewöhnliches.

Eigentlich kam der Hof, auf dem das Kind lebt, wegen der Rinder in die Schlagzeilen. Im Schlachthof wurde zufällig bei einem Stier TBC festgestellt. Anschließend untersuchte die Behörde weitere Rinder, bei zwölf Tests wurde neunmal offenes TBC gefunden. Darauf musste der komplette Bestand – insgesamt über 40 Tiere – getötet werden. Bis dahin hatte sich wohl das Kind angesteckt, wie Christian Bernhard bestätigt. „Wir gehen zu 99,9 Prozent davon aus.“ Woher die Rinder die Krankheit eingeschleppt haben, ist Gegenstand einer Gen-Untersuchung. Die Behörden vermuten, dass sich die Tiere im Tiroler Lechtal angesteckt haben, allerdings kann erst der Gen-Stamm Klarheit bringen.

„Dass sich der Verdacht nun doch bestätigte, hat uns schon ein bisschen überrascht.“