Simon Vetter kandidiert bei der Europawahl für die Grünen

14.03.2019 • 15:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Simon Vetter kandidiert für die Grünen.ERH
Simon Vetter kandidiert für die Grünen.ERH

Lustenauer Landwirt möchte sich für ökologische Landwirtschaft, Landschaftsqualität und Klimaschutz einsetzen.

Bregenz Simon Vetter beherrscht den Tanz auf dem Parkett der Öffentlichkeit. Der Lustenauer Landwirt war bereits in großen Fernsehdokumentationen zu Gast, auch in den VN und im Radio meldete er sich mehrfach zu Wort. Er gilt als beliebter Gesprächspartner, wenn es darum geht, Alternativen in der Landwirtschaft aufzuzeigen, schließlich beweist er mit dem Vetterhof in Lustenau, dass neue Wege ökonomisch funktionieren können. Somit stimmt es nicht ganz, wenn er sagt: „Wer schweigt, stimmt zu. Und ich will nicht länger schweigen, wenn es um das Thema Landwirtschaft geht.“ Geschwiegen hat der 35-Jährige schon bisher nicht. Nun steigt er jedoch erstmals in den politischen Ring. Die Vorarlberger Grünen präsentierten am Donnerstag Simon Vetter als Vorarlberger Kandidat bei der Europawahl am 26. Mai. Seine Herzensthema sind deshalb klar: Landwirtschaft, Ernährung, Klima- und Umweltschutz.

Simon Vetter ist überzeugt: „Diese Wahl ist eine Richtungswahl.“ Denn die EU stehe vor großen Aufgaben. Auf der einen Seite würden Mitgliedstaaten wie Polen und Ungarn sicher geglaubte Grundrechte infrage stellen. Auf der anderen Seite stünden der Klimawandel und „ein Insektensterben biblischen Ausmaßes“, wie Vetter bei der Präsentation seiner Kandidatur warnt. „Da helfen kein Stacheldraht oder Grenzen. Dem Klimawandel ist das herzlich egal.“ Aus der beruflichen Praxis wisse er längst, was die Klimaerwärmung bedeutet. „Wir beschäftigen uns längst nicht mehr mit der Frage, ob es den Klimawandel gibt, sondern damit, wie wir unseren Betrieb an die neuen Gegebenheiten anpassen können.“ Die politische Diskussion sei jedoch in den 80er-Jahren hängen geblieben.

40 Prozent des EU-Budgets sind für den Agrarsektor reserviert, weshalb die Europäische Union wesentliche Steuerungsinstrumente in der Hand hätte. „Nach dem Brexit steht weniger Geld zur Verfügung, weshalb wir uns bewusst werden müssen, was gefördert wird. Wir sollten weg von der Gießkanne hin zu gezielter Förderung von regionalen und ökologischen Lebensmitteln“, ist Vetter überzeugt. Er selbst bezeichnet sich als überzeugten Europäer. Er habe lange überlegt, ob er kandidieren soll. Die EU liege ihm so am Herzen, dass er schließlich zugesagt habe. „Wir dürfen nie vergessen, dass die EU ein großes Friedensprojekt ist.“

Auch Tierschutzthemen wie die Tiertransporte seien vor allem europaweit zu lösen. Aber Vorarlberg könne eine Schlüsselrolle übernehmen, ist Vetter überzeugt: „In der Landwirtschaft könnte Vorarlberg eine Modellregion werden. Wir müssen es sogar, wenn wir etwas ändern wollen. Ich bezweifle zum Beispiel, dass die Kälbertransport-Thematik alleine mit der Ausrufung einer neuen Nationalspeise gelöst werden kann.“

Am Wochenende wählt der Grüne Bundeskongress in Wien die Kandidatenliste für die Europawahl. Auf Platz eins wird Werner Kogler antreten, auf Platz zwei Sarah Wiener. Vorarlbergs Landesparteivorsitzender Johannes Rauch betont: „Wir werden alles dafür tun, dass Simon Vetter unter den ersten zehn kandidiert.“ Dass Simon Vetter ins Europaparlament einzieht, sei allerdings unrealistisch. Die Kandidatur sei ein Zeichen für die Themen: Landwirtschaft, Ernährung und Klimawandel. Parteimitglied sei er übrigens nicht.