Hafenpläne bewegen viele Harder

09.04.2019 • 04:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
 So sieht eine Vision für das Harder Seeufers aus. "Das städtebauliche Leitbild ist der Rahmen für eine zukünftige Entwicklung", sagt der Bürgermeister. inventschmid.com
So sieht eine Vision für das Harder Seeufers aus. „Das städtebauliche Leitbild ist der Rahmen für eine zukünftige Entwicklung“, sagt der Bürgermeister. inventschmid.com

Für den Bürgermeister ist es zu früh, um über Detailprojekte zu diskutieren.

Geraldine Reiner

Hard Das städtebauliche Leitbild zur Zukunft des Harder Hafenareals lässt derzeit die Wogen in der Hofsteiggemeinde hochgehen (die VN berichteten). Am Sonntagabend luden die Bürgerbewegung „Gemeinsam für Hard“, die Grünen, Harder Liste und SPÖ zu einer Diskussionsrunde in den Pfarrsaal. Die Veranstalter zählten knapp 250 Besucher.

Für Zündstoff sorgen gleich mehrere Ideen, die am 19. März im Rahmen der Leitbildpräsentation präsentiert wurden. Zum einen ist das der „Harder Loop“. Der Rundweg, der rund um das Binnenbecken gebaut werden soll, werde klar von den Bürgern abgelehnt, resümierte SPÖ-Vorarlberg-Chef Martin Staudinger (39) nach der Veranstaltung. Für den gebürtigen Harder stellt das Bauwerk „keinen höheren Nutzen dar“ und „nährt die Befürchtung, dass dadurch der Blick zum See behindert wird“. Ebenfalls kritisch sieht Staudinger den sogenannten „Durchstich“ zwischen dem heutigen Thaler Areal und dem Strandbadgebäude. „Damit geht wertvoller Boden verloren und der Zugang zum Strandbad verändert sich vollkommen“, erläutert er. Obendrein hätten die Bürger bei der Volksabstimmung im Dezember 2017 bestimmt, dass sie die „Hohentwiel“ bzw. „Oesterreich“ nicht im Binnenbecken wollen. „Nun scheint es für viele ein neuerlicher Anlauf durch die Hintertür, die Schiffe doch an die fast gleiche Position zu versetzen“, stellt der SPÖ-Chef in einer Aussendung fest.

„Zu früh“

Bürgermeister Harald Köhlmeier (46) selbst war bei der Diskussion am Sonntag nicht dabei. „Wir sind von der Flughöhe noch gar nicht soweit, dass wir über Details diskutieren können“, begründet er. Das städtebauliche Leitbild sei lediglich der Rahmen für eine zukünftige Entwicklung. Auch beim „Loop“ stehe noch in keinster Weise fest, ob er komme und wie er geführt werde. „Es ist unbestritten, dass der Grüne Damm als Rückzugs- und Ruhepol aufgewertet werden soll“, beteuert der Gemeindechef. Derzeit werde das Feedback aus der Bevölkerung in das städtebauliche Leitbild eingearbeitet. Läuft alles nach Plan, soll die Gemeindevertretung im Laufe des ersten Halbjahrs 2019 über den Grundsatzbeschluss abstimmen. Anschließend sei geplant, einzelne Teilbereiche nach und nach und weiterhin mit aktiver Beteiligung der Bevölkerung zu realisieren, sagt Köhlmeier.

Enttäuschung

Martina Hämmerle, Lu Heimbach, Pia Hollenbach und Eva Schwendinger von „Gemeinsam für Hard“ hatten unlängst gegenüber den VN kritisiert, dass das Leitbild nicht gemeinsam mit den Bürgern entstanden sei, sondern von wenigen auserwählten Personen entwickelt wurde. Auch Jugendliche, die in Workshops ihre Ideen einbrachten, zeigten sich enttäuscht: „Unsere ausgearbeiteten Vorschläge wurden bei der Präsentation des vorläufigen Leitbildes mit Ausnahme eines Stegs nicht gezeigt“, schilderte Julien Melzer in einem Leserbrief.

Er habe daraufhin mit dem „jungen Herrn“ Kontakt aufgenommen und ihm versichert, „dass noch heuer Mittel zu Verfügung gestellt werden, damit gewisse Teilbreiche umgesetzt werden können“, berichtet Köhlmeier.