Aufatmen nach der Kältenacht

Vorarlberg / 07.05.2019 • 18:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jens Blum im Wintergewand auf seinem Obstfeld vor zwei Jahren. Damals vernichtete der Frost nahezu alles. Dieses Mal kam es nicht so weit .HOF
Jens Blum im Wintergewand auf seinem Obstfeld vor zwei Jahren. Damals vernichtete der Frost nahezu alles. Dieses Mal kam es nicht so weit .HOF

Obstbauern vom Rheindelta bis Fraxern sind erleichtert. Es gab praktisch keine Frostschäden.

Höchst, Fraxern Jens Blum (53) ist müde. Der Höchster Obstbauer hat sich die zweite Nacht um die Ohren geschlagen und keinen Schlaf ergattert. Er musste seine Anbauflächen im Auge behalten, ein Auge stets auf das Thermometer fixiert. Frostgefahr war angesagt. „Aber es kam dann nicht so schlimm wie befürchtet“, kann der Landwirt nun durchatmen. „Ich hätte nicht einmal die Frostberegnungsanlage in Betrieb nehmen müssen“, bilanziert Blum. Ach ja, die Frostberegnung: Eine entsprechende Anlage hat der größte Obstbauer des Landes nach der Frostkatastrophe vor zwei Jahren angeschafft, als die eisige Kälte alle Blüten und Früchtchen zerstörte.

Fangnetz Frostberegnung

„Bei einem Grad plus habe ich in der Nacht auf Dienstag die Anlage eingeschaltet“, berichtet Blum. Doch auch die Wetterentwicklung brachte Entspannung. Gegen Mitternacht. Wolken und plötzlich aufkommender Wind hielten die Temperaturen über dem Gefrierpunkt. „Erst gegen 6 Uhr in der Früh hörte der Wind auf, da schien es noch einmal kritisch zu werden.“ Es wurde für Blum nicht zuletzt durch sein Fangnetz mit Namen Frostberegnung nicht mehr kritisch. Ganz ausgestanden sieht er den Kälte-Frühling noch nicht. „Am Wochenende soll es laut den mir vorliegenden Wetterprognosen noch einmal kalt werden. Hoffen wir, dass es nicht mehr kritisch wird.“

Frost in Hörbranz und Lustenau

Erleichterung herrscht auch im Kirschendorf Fraxern. Auch dort zitterte man vor einer drohenden Frostnacht von Montag auf Dienstag. „Aber wir hatten Glück“, freut sich Bertram Nachbaur, Obmann des örtlichen Garten- und Obstbauvereins. Man blieb auch in Fraxern wach und beobachtete die Lage genau. „Letztlich waren 0,3 Grad plus aber die kälteste Temperatur, die wir messen mussten“, berichtet Nachbaur. Zwischen sechs und 7 Uhr in der Früh ist es in Fraxern traditionell am kältesten. Und genau in dieser Zeit wurden diese 0,3 Grad gemessen. Dass geringfügige Schäden im Nachhinein doch noch zu registrieren sind, beunruhigt Nachbaur nicht. Auch nicht der Blick auf die Wetterkarte im Hinblick auf einen weiteren drohenden Kälteeinbruch kommendes Wochenende. „Laut meinen Unterlagen bleiben die Temperaturen über dem Gefrierpunkt.“

Nicht überall in Vorarlberg gab es nach der kalten Mainacht von Montag auf Dienstag jedoch fröhliche Gesichter. In Hörbranz etwa wurden minus 2,2 Grad gemessen, in Lustenau minus 1,6 Grad. Ohne Schäden dürfte das nicht geblieben sein. VN-HK

„Letztlich war 0,3 Grad plus die kälteste Temperatur, die wir messen mussten.“