Heute ist Weltrotkreuztag: Für Sabine Lampert aus Göfis ist Ehrenamt eine Ehrensache

Vorarlberg / 08.05.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Tochter Elisabeth (r.) trat in die Fußstapfen ihrer Mutter Sabine. ROTES KREUZ

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet die Göfnerin beim Roten Kreuz mit.

göfis Wie kaum eine andere Organisation lebt das Rote Kreuz vom freiwilligen Engagement seiner ehrenamtlichen Helfer. Bei den Lampert’s aus Göfis lautet die Maxime sogar „wie die Mutter, so die Tochter“, denn beide, Sabine (53) und Elisabeth (32), sind mit viel Herz bei der Sache. Für Sabine Lampert, die seit mehr als 30 Jahren für das Rote Kreuz ausrückt, ist das Ehrenamt so etwas wie Ehrensache. „Ich bin sehr dankbar, dass es meiner Familie und mir gut geht. Mein Ehrenamt ist meine Chance, der Gesellschaft etwas zurückzugeben“, sagt sie und freut sich über Begegnungen mit wunderbaren Menschen sowie über neue Erfahrungen und Eindrücke, die ihr jeder Dienst beschert.

Sabine Lampert kam zum Roten Kreuz, weil sie nach ihrer Ausbildung zur Kindergartenpädagogin noch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung suchte. Freunde machten sie auf das Ehrenamt bei der Blaulichtorganisation aufmerksam. Seitdem hat sich für die umtriebige Göfnerin viel getan. Sie ist im Rettungs- und Ambulanzdienst tätig, tritt als Nachbarschaftssanitäter in Aktion und steht als Praxisanleiterin auszubildenden Sanitätern zur Seite. In diesem Zusammenhang ist Sabine Lampert eine gute fachliche Ausbildung wichtig. „Den wertschätzenden Umgang mit Menschen, die sich teilweise am Rande unserer Gesellschaft befinden, kann man nicht in der Theorie lernen. Der muss vorgelebt werden.“ Sie versucht deshalb, ihre Werte an die jungen Kollegen weiterzugeben. Bei Tochter Elisabeth ist das mehr als gelungen. Seit 2017 ist sie aktiv beim Roten Kreuz, absolviert derzeit eine Ausbildung zum Notfallsanitäter. „Die Rotkreuz-Werte sind unsere Lebenseinstellung“, erzählt Sabine Lampert und fügt schmunzelnd an: „Da ich nach jedem Nachtdienst frische Brötchen mitbrachte, waren diese Dienste bei unseren drei Kindern besonders beliebt.“

Einsatz für Flüchtlinge

In Erinnerung geblieben sind Sabine Lampert auch ihre Einsätze in Dornbirn, Wien und Spielfeld während der großen Flüchtlingswelle. „Die vielen Einzelschicksale haben mich sehr berührt“, erzählt sie. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Abteilungen sei ebenfalls etwas ganz Besonderes für sie gewesen. „Auch wenn wir uns nicht kannten, so verbanden uns doch die gleichen Werte.“ Auf diese Weise war schnell eine gemeinsame Arbeitsbasis geschaffen. Im normalen Rettungsdienst kommt Sabine Lampert auf zwei bis drei Nachtdienste pro Monat. Dazwischen ist sie immer wieder einmal als Nachbarschaftssanitäterin im Einsatz. Zudem legt die dreifache Mutter viel Wert auf regelmäßige Aus- und Fortbildungen. „Das Leben ist lernen, und am Ball bleiben bedeutet mir viel“, lautet ihre einfache wie schlüssige Erklärung. „Wir müssen in allen Lebensbereichen vorwärtsgehen“, merkt sie noch an.

Alles in Bewegung

Auch beim Roten Kreuz hat sie Veränderungen festgestellt. Lehrmeinungen, Fahrzeugausrüstungen, Dienststellen-Standorte und Personal: Alles ist in Bewegung. Das betrifft ebenso die Einstellung der Gesellschaft im Umgang mit den Ehrenamtlichen. „Viele Dienstleistungen werden gefordert, selbst wenn sie nicht notwendig wären“, nennt Lampert ein Beispiel. Sogar Gewalterfahrungen sind im Rettungsdienst keine Seltenheit mehr. Wenigstens die Werte sind dieselben wie früher. Für Menschen da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen, Unterstützung leisten, wo andere an ihre Grenzen stoßen, das hält Sabine Lampert und die vielen anderen Ehrenamtlichen bei der Stange. Heute Mittwoch ist übrigens Weltrotkreuztag und ein guter Anlass, den Damen und Herrn in der roten Uniform zu danken.

Sabine Lampert

Alter: 53

Beruf: Kindergartenpädagogin

Seit 1985 beim Roten Kreuz, derzeit Ausbildung zum Notfallsanitäter mit Notkompetenz

Familie: verheiratet, 3 Kinder (Elisabeth 32, Johannes 26, Tobias 23