Neuer Hofer-Markt entsteht auf ehemaligem Head-Areal in Hörbranz

11.05.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit dem Abriss der ehemaligen Head-Lagerhalle hat in Hörbranz das Projekt Hofer-Filiale begonnen. STP

Abbruch im Gange, Nachnutzung eines Teilbereichs der ehemaligen Tennisschlägerproduktion.

Hörbranz Das Leiblachtal bekommt eine Hofer-Filiale. Auf dem Gelände der ehemaligen Tennisschlägerproduktion von Head haben die Abbrucharbeiten des früheren Lagers begonnen. An dieser Stelle entsteht eine Hofer-Filiale mit einer Verkaufsfläche von 600 Quadratmetern und 84 Kfz-Stellplätzen. Geplant seien zudem ein Brotbackraum und ein Pyrotechniklager, wie das Unternehmen bei der Baueingabe Ende des Vorjahrs anführte. „Jetzt“, so der Hörbranzer Bürgermeister Karl Hehle gegenüber der VN Heimat, „sind alle Verfahren abgewickelt, notwendige Adaptierungen vorgenommen worden und die Bescheide sind rechtskräftig, so dass mit dem Abbruch der ehemaligen Lagerhalle begonnen werden konnte.“ Bei den Expansionsbemühungen im Ländle hatte Hofer schon vor Jahren ein Auge auf das ehemalige Head-Areal geworfen. Ende 2017 legte Hofer dann konkrete Pläne vor. Diese beinhalteten auch die Ergebnisse einer Studie, wonach die Bevölkerung mit deutlicher Mehrheit von 60 Prozent die Ansiedlung von Hofer an diesem Standort positiv sieht.

Bürgerbeteiligung

Bevor die Gemeinde die zuständigen Gremien mit dem Thema befasste, gab es eine Bürgerversammlung, bei der eine formlose Befragung eine noch deutlichere Zustimmung zum Projekt ergab. Das Stimmungsbild in der Hörbranzer Bevölkerung war wohl auch mitentscheidend für den einstimmigen Beschluss in der Gemeindevertretung zur Umwidmung des Areals.
Die Befürworter führten dabei z. B. ins Treffen, dass es im Leiblachtal noch keinen Hofer gibt, dass die Ansiedlung des Discounters Arbeitsplätze schafft und ein leerstehendes Gebäude bzw. versiegelte Flächen einer sinnvollen Nachnutzung zugeführt werden. Die Bindung bzw. Rückholung von Kaufkraft in der Gemeinde, die Nähe für weniger mobile Kunden und das Vermeiden von längeren Einkaufsfahrten (nach Bregenz, Dornbirn, Lindau usw.) waren weitere Argumente in der unverbindlichen Befragung.

Knackpunkt Verkehr

Bei so viel Zustimmung schien der Weg für die rasche Realisierung geebnet, doch an der Lösung des Verkehrsproblems hatten Planer und Experten noch ordentlich zu knabbern. „Dieser Bereich ist durch den Autobahnanschluss und vor allem durch die Tankstelle ohnehin schwer belastet, da ist die Abwicklung des zusätzlichen Einkaufsverkehrs nicht einfach“, räumt der Gemeindechef ein. Jetzt soll die Hauptzufahrt zum geplanten Hofer-Markt über das Betriebsgelände von Zimmermann/VKW erfolgen. Damit wird der Knoten Allgäustraße/Ziegelbachstraße im Bereich der Tankstelle entlastet und die Sicherheit verbessert, vor allem für Radfahrer.

Ein Sorgenkind

Der nun abgerissene Teil des Gebäudes war ein Sorgenkind, weil es dafür keine entsprechende Nachnutzung gab. Anders als für die anderen Gebäudeteile, für die sich nach dem Auszug von Head nach und nach neue Mieter fanden.
Das Head-Werk, das 1988 eröffnet worden war, hat in Spitzenzeiten rund 300 Mitarbeiter beschäftigt, ehe es im Jahr 2000 betriebsinterne Umstrukturierungen zur Zusammenlegung der Produktion in Kennelbach gab, womit es zur Auflassung des Standorts Hörbranz kam. Mit der Weihnachtsfeier in den ausgeräumten Hallen, die Maschinen waren in den Monaten zuvor nach Kennelbach verlagert worden, nahm Head Abschied von Hörbranz, wo in den zwölf Jahren rund zehn Millionen Tennisschläger produziert wurden. STP