Mit dem E-Bike im Alter sportlich und sicher ans Ziel

Vorarlberg / 06.06.2019 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Fahrsicherheitskurs in Lustenau. SICHERES VORARLBERG

Fahrradfreundliches Vorarlberg. Im Alter mit dem E-Bike mobil (4/5) Radeln mit elektrischer Unterstützung: Mobilität dank E-Bike neu erleben.

Bettina Maier-Ortner

Schwarzach Noch nie war der Anteil der Fahrradbranche am Gesamtumsatz mit Sportartikeln in Österreich so hoch wie 2018. Grund dafür ist die starke Verbreitung des E-Bikes. Motorbetriebene Stadträder haben die E-Mountainbikes mengenmäßig deutlich überholt und erreichen einen Wert von 80.222 Stück. E-Mountainbikes kommen in absoluten Zahlen auf 62.960 Stück. Radfahren ist gut für Gesundheit und Umwelt. Es stärkt Herz und Kreislauf, schont die Gelenke und statt fossiler Brennstoffe werden Kalorien verbrannt und Stresshormone abgebaut.

Da trotz aller positiven Aspekten auch viele kurze Wege mit dem Auto gefahren werden, gibt es noch großes Potenzial nach oben. Besonders bei älteren Vorarlbergern sind die „Pedelecs“ zur Unterstützung der Mobilität und auch als Wiedereinstieg beliebt. „Um sicher unterwegs zu sein, ist es wichtig, dass nicht das E-Bike das Tempo vorgibt, sondern der Benutzer die Fahrweise seinem Können anpasst“, informiert Mario Amann von Sicheres Vorarlberg. „Ein Helm und helle, reflektierende Kleidung bieten Schutz und machen sie für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar.“ Aufgrund des Akkus und Motors sind E-Bikes schwerer und haben daher z.B. ein anderes Kurvenverhalten oder einen längeren Bremsweg als normale Fahrräder. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist laut Amann um ein bis vier Kilometer pro Stunde höher. „Das scheint auf den ersten Blick gering, ist allerdings durchaus bedeutsam für das Unfallgeschehen. So führt eine Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit von zehn Prozent zu einem Anstieg der Schwerverletzten um ein Drittel und der Getöteten um 54 Prozent, also mehr als die Hälfte“, so der Experte. Durch die höhere Geschwindigkeit komme es zu mehr Überholvorgängen und Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern und somit erhöhe sich auch die Anzahl der kritischen Situationen.

Oft werden E-Bike-Fahrer in ihrer Geschwindigkeit von anderen Verkehrsteilnehmern unterschätzt und so kommt es zur Missachtung des Vorrangs speziell bei Kreisverkehren und Kreuzungen. E-Bikes wurden bis vor kurzem hauptsächlich von älteren Menschen gekauft. Viele davon sind, so Amann, als Wiedereinsteiger dementsprechend unsicherer unterwegs. „In Zukunft, was die Unfallzahlen betrifft, werden wir vermehrt auch jüngere Personen haben, die verunfallen. Gerade im Zusammenhang mit dem E-Mountainbike-Boom, den wir derzeit erleben“, gibt er eine Vorausschau. Spezielle Fahrtrainings ergeben gerade für Wieder- oder Neueinsteiger jedenfalls Sinn und werden beispielsweise auf der Homepage von Sicheres Vorarlberg angeboten. „Wir setzen auf die Selbst- bzw. Eigenverantwortung der Menschen, jedoch wäre eine einheitliche Regelung, was die Motorenstärke betrifft, über die Landesgrenzen hinaus wünschenswert.“ Beim Thema Helm setzt Mario Amann auf die Eigenverantwortung der Radfahrer.