Lauterach senkt Gemeindeschulden

09.06.2019 • 08:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Zusätzliche Einnahmen aus der Kommunalsteuer und den Ertragsanteilen flossen u. a. in zukunftsweisende Investitionen für eine Immobilie am Alten Markt. STRAUSS

Hohe Rücklagen gebildet, wichtige Impulse gesetzt.

Lauterach „Der einstimmig beschlossene Jahresabschluss bestätigt nicht nur die gute Arbeit der zuständigen Gremien, sondern unterstreicht auch, dass 2018 ein erfolgreiches Jahr für Lauterach war. Wir blicken auf ein sehr erfolgreiches Wirtschaftsjahr zurück, die florierende Wirtschaft hat dazu geführt, dass die einnahmeseitig budgetierten Annahmen übertroffen wurden. Auch aus dem Titel der Ertragsanteile flossen zusätzliche Mittel in die Gemeindekasse“, fasst Bürgermeister Elmar Rhomberg den Jahresabschluss zusammen.

Finanzchef Bernd Hagen ergänzt, dass es gelungen ist, den Gemeindehaushalt 2018 ohne Nettoneuverschuldung abzuschließen. Im Detail fällt zwar eine Darlehensaufnahme von 2,8 Millionen Euro auf, doch „diese betrafen ausschließlich Darlehensumschuldungen bei der Kommunalkredit für die Bereiche Kindergarten Dorf, Tiefgarage Rathaus und Grundstück Alte Säge. Die Umschuldungen in niedriger fix verzinste Darlehen wird in den kommenden Jahren zu nennenswerten Einsparungen bei den Zinsausgaben führen“, so Hagen.

Bevölkerungswachstum

Insgesamt hat Lauterach im Rechnungsjahr 2018 die Herausforderungen durch die nach wie vor stark wachsende Bevölkerungszahl im Griff. „Die zusätzlichen Mittel aus den Ertragsanteilen bringen natürlich auch große Herausforderungen mit sich – etwa im Bereich Schulen oder Kindergärten. Hier wurde auch 2018 wieder investiert“, so Rhomberg zu den Ausgaben der im Vorjahr eröffneten Volksschule Dorf bzw. Investitionen für den Kindergarten Hohenegger oder die Kinderbetreuungseinrichtung Blumenweg.

Weitere Investitionen flossen in ein Grundstück neben dem Vereinshaus. In beiden Fällen verbessert sich dadurch der Gestaltungsspielraum für die Gemeinde.
Weitere Investitionen flossen in ein Grundstück neben dem Vereinshaus. In beiden Fällen verbessert sich dadurch der Gestaltungsspielraum für die Gemeinde.

Lauterach war auch im Vorjahr mit Erfolg bemüht, heimische Betriebe hinsichtlich Arbeitsplätzen in der Gemeinde zu fördern. Ein Plus von fast einer halben Million Euro bei der Kommunalsteuer gegenüber den budgetierten Einnahmen unterstreicht die erfreuliche Entwicklung der Wirtschaft. Diese zusätzlichen Einnahmen – auch die Ertragsanteile lagen mehr als 1,1 Millionen Euro über dem Voranschlag – wurden in zukunftsweisende Projekte investiert. So konnte beim Vereinshaus eine angrenzende Teilfläche um knapp 400.000 Euro erworben werden. Damit wurde der Gestaltungsspielraum in diesem Bereich wesentlich erweitert. Gleiches gilt für eine Immobilie, die am Alten Markt um 900.000 Euro erworben werden konnte. „Beide Investitionen sind im Hinblick auf die langfristige Entwicklung in diesen zentralen Bereichen der Gemeinde überaus wichtig“, so Rhomberg.

Erfreuliche Zahlen

Die über den Budgetansätzen liegenden Einnahmen bei den Ertragsanteilen und der Kommunalsteuer haben auch wesentlich dazu beigetragen, wichtige Kennzahlen zu verbessern. So lagen die frei verfügbaren Mittel mit mehr als 2,3 Millionen Euro auf einem Rekordhöchststand. Das waren 67 Prozent vom Bruttoüberschuss – das Land gibt einen Richtwert von 20 Prozent vor. Auch das Maastricht-Ergebnis ist mit knapp 2,5 Millionen Euro eines der besten. Mit der Entwicklung der Gemeinde steigen auch die Anforderungen. Deshalb wurde der Personalstand zum Jahresende 2018 gegenüber 2017 von 146 auf 155 Personen erhöht. In Vollzeitäquivalenten ausgedrückt waren es 2018 108 Vollbeschäftigte und 2017 102 Vollbeschäftigte.

Darüber muss man reden

Sorgen machen der Gemeinde die hohen Ausgabensteigerungen bei Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen. „Mit einer Abgangsdeckung von mittlerweile 1,5 Mill. Euro der Mittags- und Nachmittagsbetreuung an den Pflichtschulen und dem öffentlichen Personennahverkehr sind Summen erreicht, über die man mit den Partnern reden muss“, so Rhomberg. „Die stetige Ausweitung der Betreuungsangebote und der Betreuungszeiten für Kinder und Schüler hinterlassen merklich Spuren im Gemeindehaushalt. Der Bedarf der Eltern und Schüler geht verstärkt in die schulische Nachmittagsbetreuung. Land und Bund forcieren aber die Ganztagesschule und fördern die Schülerbetreuung nur, wenn ein Schüler durchgehend am Mittag und Nachmittag an der Schule ist. Die Förderung geht am Bedarf der Eltern vorbei und führt dazu, dass die Kosten für die Schülerbetreuung großteils bei der Gemeinde verbleiben, zumal die Betreuung auch jenen Schülern zugänglich sein soll, die nur am Nachmittag an der Schule sind und den Mittag bei der Familie verbringen. Es braucht ein Umdenken bei den Fördergebern, damit sich die Förderung wieder stärker am Bedarf der Eltern und Kinder orientiert und die Gemeinden entlastet werden.“ stp