Bezirksgericht: drei Rippenbrüche und ein Mega-Veilchen

12.06.2019 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Geschäftsführer eines Lokals wurde in eine handfeste Rauferei verwickelt. SYMBOL

Prozess um Schlägerei vor Lokal gewährt viel Einblick in den „Hau-drauf-Jargon“.

Dornbirn Dem bulligen 44-jährigen Geschäftsführer eines Lokals leuchtet um nichts in der Welt ein, warum ausgerechnet er wegen Körperverletzung auf der Anklagebank am Bezirksgericht Dornbirn schmachten soll. Ordentlich zugelangt hätte bei der damaligen Rauferei schließlich nur sein Widersacher, beteuert er vehement. Jener ungebetene Gast nämlich, dessen betrunkene Freundin er aus seinem Club hinauskomplimentiert hatte – und damit den sprichwörtlichen Funken in die Pulverkammer warf.

Eine Keilerei begann. Der 44-Jährige hatte es vorausgesehen, denn: „Ich habe schon genug Schlägereien gehabt, man sieht’s an meinen Vorstrafen. Und ich weiß ganz genau, wann und wie sowas losgeht“, umschreibt er seine prophetische Gabe. Doch diesmal sei der achtfach Vorbestrafte auf Distanz gegangen.

„Ich habe schon genug Schlägereien gehabt, man sieht’s an meinen Vorstrafen“

Der Beschuldigte

Und zwar ganz bewusst und aus gutem Grund, wie er gegenüber Richter Frank Plasinger begründet: „Sie wissen ja, meine Vorgeschichte . . ..“

„Volle Kanne“

Ganz anders der andere. „Der ist ein Ringer, wie so viele von den Tschetschenen. Ich musste ihn in den Schwitzkasten nehmen. Da verbiss er sich in meinem Arm. Die Zähne waren richtig drin! Da war bei mir fertig“, schildert der Beschuldigte dem Richter die Anspannung in der Hitze des Gefechts.

Dennoch: Er selbst habe sich nur mit „Stößen und Schupfen“ gewehrt. Im Gegensatz zum Gegner, der „volle Kanne“ mit Fäusten und Knien zugeschlagen habe. „Noch einmal“, ruft der Beschuldigte in Erinnerung, „ich hatte schon so viele Schlägereien und viel kassiert. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Drei Rippenbrüche sind schon heftig, das ist elendig!“, sagt er und fügt hinzu: „Dann hat er mir noch ein Veilchen aufs Auge gedrückt. Und zwar ein Mega-Veilchen!“

Aussage gegen Aussage

Wie auch immer, sein Kontrahent ist für seine fraglos brutalen Attacken von damals bereits am Landesgericht Feldkirch verurteilt worden. Allerdings behauptete derselbe, auch vom Geschäftsführer geschlagen worden zu sein, deshalb die Verhandlung gegen Letzteren am Bezirksgericht.  In seiner verzweifelten Defensive will der 44-Jährige trotz seines wehrhaften Naturells damals eine bewundernswerte Zurückhaltung bewiesen haben, denn: „Ich bin kräftiger als er. Und wenn ich zuschlage, schaut’s ärger für ihn aus.“ Richter Plasinger will noch Zeugen, von denen trotz versandter Ladung bisher kein einziger im Verhandlungssaal erschienen ist, befragen und vertagt die Verhandlung deshalb.