Gegen Verkehrskollaps in Dornbirn: Durchfahrtsperre für Pkw am Bahnhof und neue Haltestellen

Vorarlberg / 18.06.2019 • 08:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Dornbirner Bahnhof werden derzeit neue Haltekanten für Stadt- und Landbusse errichtet. VN/HAGEN

Ab Montag, 1. Juli, ist die Durchfahrt für den Individualverkehr beim Bahnhof in Richtung Haselstauden und umgekehrt gesperrt, um einen störungsfreien Ablauf des öffentlichen Busverkehrs zu ermöglichen.

Dornbirn Der Dornbirner Busbahnhof ist eine der größten Mobilitätsdrehscheiben des Landes. Tag für Tag werden bis zu 850 An- und Abfahrten registriert. Seit der Eröffnung vor 16 Jahren ist die Passagierfrequenz von 15.000 auf mehr als 26.000 angewachsen. Damit ist der Busbahnhof an seine Grenzen gelangt. Stadtplanungsreferent Vizebürgermeister Martin Ruepp: „Um die Fahrpläne weiterhin einhalten zu können, ist die Durchfahrtsperre für den privaten motorisierten Verkehr unumgänglich. Zählungen haben ergeben, dass sich die Zahl der betroffenen Autofahrer, die nun Umwege in Kauf nehmen müssen, in Grenzen hält.“

Neue Verkehrsregelung

Ab Montag, 1. Juli, ist die Durchfahrt für den Individualverkehr beim Bahnhof in Richtung Haselstauden und umgekehrt gesperrt, um einen störungsfreien Ablauf des öffentlichen Busverkehrs zu ermöglichen. Die Zufahrt für Pkw zu den bestehenden Parkplätzen am Bahnhof ist allerdings auch in Zukunft möglich. Verkehrsregel lautet dann: „Zufahrt ja! Querung der Stadt allerdings nur über die Stadtstraße.“ 

VN Grafik

Mit der Straßensperre am Bahnhof allein ist das Problem allerdings noch lange nicht gelöst, denn die Zahl der Stadt- und Landbusse steigt weiterhin an. Außerdem wird die Busflotte wegen des hohen Passagieraufkommens auf besonders frequentierten Linien schon demnächst mit bis zu 20 Meter langen Gelenksfahrzeugen aufgerüstet, die größere Haltestellen benötigen. Deshalb werden an der Bahnhofstraße vor dem ehemaligen Hotel Weiss, vor dem Bahnhofeingang und entlang des Posthochhauses derzeit neue Anlegekanten für Busse erstellt. 

Die Investitionen sind nach Ansicht von Ruepp durchaus gerechtfertigt: „Unser Stadtbussystem trägt wesentlich zur Reduzierung des privaten Autoverkehrs in Dornbirn bei.“ Berechnungen haben ergeben, dass durch den gut ausgebauten öffentlichen Verkehr der Pkw-Anteil in Dornbirn um bis zu 25 Prozent niedriger ist als im benachbarten deutschen Bodenseeraum.

Neugestaltung

In den nächsten Jahren ist die Neugestaltung der unteren Bahnhofstraße zwischen Bahnhof und Lindenkreuzung vorgesehen. Geplant ist unter anderem eine deutliche Ausweitung der Gehsteige, da viele Fußgängerinnen und Fußgänger auf diesem Straßenabschnitt unterwegs sind.