Pflegepersonal der Chirurgie Bludenz muss in Feldkirch aushelfen

Vorarlberg / 24.06.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Generalsanierung des Krankenhauses Bludenz steht vor dem Abschluss. VN/LERCH

Die Maßnahme ist für die Sommermonate geplant.

Bludenz Pflegepersonal ist bekanntermaßen Mangelware. Selbst die Krankenhäuser leiden an Engpässen. Dieser Umstand lässt die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) jetzt zu einem nicht alltäglichen Mittel greifen. Pflegemitarbeiter aus der chirurgischen Abteilung im Landeskrankenhaus Bludenz sollen während der Sommermonate in der Chirurgie des LKH Feldkirch aushelfen. KHBG-Direktor Gerald Fleisch bestätigte auf VN-Anfrage diesbezügliche Pläne. Vermutungen, es könnte sich bei dieser Maßnahme um eine schleichende Ausdünnung der Chirurgie in Bludenz handeln, widerspricht er vehement. Bei einer 2-Standorte-Abteilung wie es die Chirurgie inzwischen sei, würden Austausch und Rotation innerhalb des Personals durchaus Sinn machen, erklärte Fleisch.

Auf freiwilliger Basis

Nach der Pensionierung des langjährigen Primars der chirurgischen Abteilung im LKH Bludenz, Matthias Scheyer, wurde die Leitungsfunktion nicht mehr neu ausgeschrieben. Als Ingmar Königsrainer im Jänner 2018 das Primariat in der Chirurgie im LKH Feldkirch übernahm, bekam er die Leitung der Bludenzer Abteilung gleich dazu. Seitdem sind Chirurgen seiner Abteilung in Bludenz, wo sie vorrangig kleinere sowie tageschirurgische Eingriffe vornehmen, und in Feldkirch tätig. „Damit konnte der Standort Bludenz enorm gestärkt werden“, verweist Gerald Fleisch auf weitere Abteilungen in Feldkirch, die fallweise standortübergreifend in Bludenz arbeiten. Dazu gehören unter anderem die Augenheilkunde mit Katarakt-Operationen, die HNO sowie die Urologie. Von Abspecken oder gar Schließung könne also keine Rede sein.

Der KHBG-Direktor betont, dass die Personalrochaden im Pflegebereich in enger Abstimmung mit der Pflegedienstleitung und auf freiwilliger Basis erfolgen. Auf der chirurgischen Abteilung bleibt seinen Aussagen zufolge deshalb kein Zimmer gesperrt. Gerald Fleisch räumt jedoch die Möglichkeit ein, dass zumindest vorübergehend nicht alle der 32 zur Verfügung stehenden Betten belegt werden. Im Sommer sei die Chirurgie aber traditionell weniger stark frequentiert. Fleisch bewertet den Personalaustausch insgesamt als positives Signal.

Schon Interessenten da

Seiner Ansicht nach wird sich auch der Abgang von gleich drei Primarärzten innerhalb kürzester Zeit keineswegs negativ auf die Personalrekrutierung auswirken. Wie berichtet, verlassen Christian Bach (Orthopädie), Holger Rumpold (Onkologie) und Bernhard Föger (Interne Bregenz) den Schoß der KHBG. Während Bach die Orthopädie im Krankenhaus Wien-Nord aufbaut, gehen Rumpold und Föger aus rein persönlichen Gründen, hieß es von Seiten der Spitalsleitung. Bei 43 Primarärzten seien Wechsel nicht ungewöhnlich. Dass drei auf einen Schlag kündigen, bezeichnet Gerald Fleisch als reinen Zufall, aber schon jetzt gebe es zahlreiche Top-Interessenten für die offenen Stellen. „Der Standort Vorarlberg hat einen extrem guten Ruf“, bemerkt Fleisch.

Externe Fachleute

Während die Primariate von Holger Rumpold und Bernhard Föger neu ausgeschrieben werden, zeichnet sich bei der Orthopädie nun doch eine rasche Zusammenlegung mit der Unfallchirurgie zu einem Zentrum für Orthopädie und Traumatologie ab. Die Entscheidung über die Leitung soll demnächst fallen. Um das bisherige Angebot an orthopädischen Eingriffen aufrechterhalten zu können, überlegt die KHBG auch die Beschäftigung von externen Fachleuten. Das betrifft etwa die Skoliose, eine Verkrümmung der Wirbelsäule, die im LKH Feldkirch bislang nur von Christian Bach operiert wurde.

Zahlen zum LKH Bludenz

Personal: 415

Ärzte: 83

Pflegepersonen: 187

Stationäre Aufnahmen: 11.000

Ambulante Frequenzen: 50.000

Geburten: 550

Operationen: 4800

Betten: 145