Zwei Jahre Haft für Somalier wegen versuchter Vergewaltigung

Vorarlberg / 28.06.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der 24-jährige Angeklagte, der sich selbst nur als „Frauenbegleiter“ bezeichnet, weist jede Schuld von sich. VN/GS

Nächtlicher Schock für 17-jährige Vorarlbergerin vor ihrer eigenen Haustür.

Feldkirch Es scheint eine Leidenschaft des 24-jährigen Afrikaners zu sein, Frauen nach Hause zu begleiten. Dieser seiner Passion hätte er schon des Öfteren gefrönt. Und den Damen dabei auch seine eindeutigen Absichten angedeutet. Daraus macht er kein Hehl. Schließlich sei ja nichts dabei, Frauen auf „Sex machen“ anzusprechen, meint er. Aber: „Wenn sie nicht will, dann gehe ich eben wieder“, verharmlost er bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch seinen feurigen Elan.

Doch da passt was nicht zusammen. Staatsanwältin Julia Berchtold findet in ihrer Anklage ganz andere Worte. Demnach hat der Somalier in einer kalten Winternacht im vergangenen Jänner ein 17-jähriges Mädchen vom Bahnhof bis nach Hause nicht begleitet, sondern wie ein Schatten verfolgt.

Dann, vor ihrer Haustür, umklammerte er sie von hinten. Seine Hände versuchten, den Hosenknopf der Jugendlichen zu öffnen. Dem Mädchen gelang es zwar, sich von ihm loszureißen und die Tür hinter sich abzusperren, jedoch nicht, ihren Schock zu überwinden.

Psychische Folgen

Schlaflose Nächte folgten. „Sie weinte und war stumm“, schilderte ihre Mutter einer Bekannten. „Verständlich, denn was gibt es Schlimmeres für ein Mädchen, als von einem Fremden bis zur Haustüre verfolgt und dort vergewaltigt versucht zu werden?“, fragt die Staatsanwältin. Als die Polizei den Beschuldigten ein erstes Mal damit konfrontierte, stritt der Somalier vehement ab, damals überhaupt am Bahnhof gewesen zu sein. Später redigierte er seine Behauptung allerdings.

„Und warum? Weil es nicht anders ging! Weil Sie von der Überwachungskamera gefilmt wurden und eindeutig identifiziert werden konnten!“, hält ihm Richterin Claudia Hagen vor. Doch die Tat an sich wird vom Angeklagten nach wie vor bestritten. So könne er sich lediglich daran erinnern, damals um vier Uhr morgens betrunken gewesen zu sein und jemanden um eine Bankomatkarte gefragt zu haben, um damit einen Zigarettenautomaten zu entsperren. „Eine bloße Schutzbehauptung“, wirft Staatsanwältin Berchtold hier ein und stellt klar: „Auf dem Video ist eindeutig zu erkennen, wie sie am Bahnhof umkehrten und dem Mädchen nachgingen.“

Bedingte Strafe widerrufen

Der Schöffensenat spricht den Angeklagten der versuchten Vergewaltigung schuldig und verurteilt ihn zu zwei Jahren unbedingter Freiheitsstrafe. Zusätzlich werden noch sechs auf eine Probezeit offene Monate Haft aus einer früheren Straftat widerrufen. Auch die muss er absitzen. „Ihre frühere Hafterfahrung hat Sie offenbar nicht beeindruckt“, begründet die vorsitzende Richterin die unbedingt ausgesprochene Strafe. Gewissermaßen mildernd ist die Tatsache, dass es nur beim Versuch geblieben ist. Verteidiger German Bertsch wird von seinem Mananten beauftragt, eine Stellungnahme zu dem Urteil zu verfassen, womit es noch nicht rechtskräftig ist.