Bernhard Gallaun: eine Feldkircher Lokal-Größe

Vorarlberg / 19.07.2019 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bernhard Gallaun ist Restaurantleiter und 50-Prozent-Eigentümer des Dogana in Feldkirch. Das Restaurant feiert am Wochenende 40-jähriges Bestehen. VN/SCHWEIGKOFLER

Bernhard Gallaun (60) blickt auf 40 Jahre in seinem Dogana zurück.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch Wer ab und an in Feldkirch unterwegs ist, wird Bernhard Gallaun sicher kennen. Der quirlige Wirt genießt das Leben in der Stadt und sorgt vielerorts für gute Laune. Wo „Bernie“ sitzt, wird viel gelacht, Schmäh geführt und auch „Fremde“ werden gerne an den Tisch gebeten und in die Unterhaltung eingebunden. Was so manchem dann vielleicht gar nicht bewusst ist, ist, dass man mit einem „Gastronomie-Urgestein“ der Stadt am Tisch sitzt. Denn der 60-Jährige betreibt seit 40 Jahren gemeinsam mit seinem älteren Bruder Lothar das Dogana in der Feldkircher Neustadt. Das beliebte Innenstadt-Lokal feiert übermorgen, Samstag, 20. Juli, den 40-er.

Ein Leben fürs Dogana

Im März 1979 hatte Bernhard mit seinem Bruder gemeinsam das Lokal übernommen. Ihr Vater, der einen Geflügelhof betrieb, hatte sein Haus verkauft, um die Anzahlung für das Stadthaus zu finanzieren. „Wir haben davor eine Grillbar in der Neustadt, am heutigen Standort von Adi´s Bar betrieben“, erinnert er sich. Was als Verkaufsstand für Eier und Hühnerfleisch startete, wurde zum Gassenverkauf und bald zum Imbiss mit Innenplätzen. Dem Jugendlichen gefiel die Gastronomie, er machte eine Lehre als Kellner im Weißen Kreuz in Altenstadt.

Im Anschluss leistete er den Präsenzdienst ab, drei Tage danach wurde das Dogana eröffnet. Bernhard Gallaun zog auch gleich ins gerade erworbene Stadthaus ein, er arbeitet also nicht nur seit vierzig Jahren im Dogana, sondern lebt auch ebensolange im gleichen Haus.

„Die Feldkircher Neustadt war vor vierzig Jahren eine wilde Gegend.

Bernhard Gallaun

„Die Neustadt war damals eine wilde Gegend“, lacht Gallaun. Heute unvorstellbar befand sich damals der Straßenstrich mitten in der Stadt. Erst als das Haus, in dem sich die Prostituierten mit ihren Freiern zurückzogen, abgebrannt war, hörte das auf. Die beiden Brüder hatten da schon ihr Lokal etabliert, im ersten Stock betrieben sie ein Steakhaus, im Erdgeschoss ein Café und eine Weinstube. Im Keller war eine Bar untergebracht. „Am Anfang war es schwierig, gerade die alteingesessenen Feldkircher haben vermutlich gedacht, dass wir das wohl nicht schaffen würden“, erinnert sich Bernhard Gallaun. Aber die beiden Brüder etablierten sich rasch. Etwa zehn Jahre später konnten sie sich beim Vater für das Vertrauen bedanken und finanzierten ihm ein Haus in Tisis.

Die Brüder verharrten nie starr in einem Konzept. So wechselten die Namen der Bar im Keller (Oldiebar, Kanapee, Irish Pub) ebenso wie des Cafés, das 16 Jahre lang als Borsalino bekannt war. Eine Zäsur brachte der 2. August 2000 – damals brannte die Bar komplett ab. Auch das Restaurant erlitt starke Schäden. Sieben Monate später eröffnete man neu, seither blieb man dem Konzept treu. Aber nächstes Jahr soll sich wieder etwas tun, man arbeitet an einem neuen Konzept.

Übergabe wird vorbereitet

Privat lebt Bernhard Gallaun seit acht Jahren in einer Partnerschaft mit Freund Patrick. Dass der Familienvater seine Homosexualität entdeckte, war nicht einfach. Aber er wollte kein Doppelleben führen, sondern seine Kinder und Familie selber aktiv und offen informieren. „Ich glaube, ich habe damit in Feldkirch auch einiges bewirkt“, sagt er. „Größtenteils habe ich sehr positive Erfahrungen gemacht.“

Nach vierzig Jahren in „seinem“ Dogana bereitet sich der Wirt nun langsam auf seine Pensionierung vor. Bruder Lothar hat bereits an Sohn Michael übergeben und auch bei Bernhard wird ein Sohn, Manuel, übernehmen. „Es ist ein schöner Beruf“, ist Gallaun überzeugt vor vierzig Jahren richtig entschieden zu haben. „Der Kontakt zu den Gästen macht Spaß“. Am Samstag wird jetzt jedenfalls erst einmal gemeinsam gefeiert.

Bernhard Gallaun

Der Feldkircher ist 50-Prozent-Eigentümer und Restaurantleiter des Dogana in Feldkirch.

geboren am: 23. September 1958

Ausbildung: Kellnerlehre im Weißen Kreuz, Feldkirch-Altenstadt

Familie: Partner Patrick, zwei Söhne

Lieblingsspeise: Tafelspitz

Hobbies: Z3-Cabrio, E-Bike, Kurzreisen