Hip-Hop-Szene trifft sich in Dornbirn

Vorarlberg / 19.07.2019 • 09:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Breakdance geht es um Emotion, nicht um Leistung, finden die „Ruff Enough“-Veranstalter. ERH

OJAD und Breakdance Crew „Undadogzz“ veranstalteten Festival.

Dornbirn Die Hippies der Sechzigerjahre haben rein gar nichts zu tun mit der kulturellen Bewegung Hip-Hop, die sich in den Siebzigerjahren in den Ghettos von New York City entwickelte. Oder doch? „Einen gemeinsamen Nenner, nämlich Love & Peace gibt es schon“, findet der leidenschaftliche Tänzer und Hip-Hop-Aktivist Thomas Geismayr. Der 1984 Geborene ist in Dornbirn aufgewachsen, studierte an der FH Vorarlberg Soziale Arbeit und lebt jetzt in Wien.

Thomas Geismayr und Tommy Galido – geboren 1986, Jugendarbeiter bei der OJAD – sind Teil der Breakdance Crew „Undadogzz“, die Ende Juni bereits zum vierten Mal das Festival „Ruff Enough“ mit Teilnehmern aus 15 Nationen veranstaltet. Gejammt, wie das Tanzen im Fachjargon heißt, wurde trotz großer Hitze im Freien, vor dem Jugendhaus Arena, aber auch im Jugendzentrum Vismut, sowie am Bodensee. „So etwas gibt es in ganz Österreich nicht und vielleicht nur dreimal in Europa“, betont Thomas Geismayr die Bedeutung und das Niveau der hochkarätigen Veranstaltung.

Weltumspannende Jugendkultur

Für Kurt Nachbaur, stellvertretender Geschäftsführer der OJAD, ist Hip-Hop eine weltumspannende Jugendkultur, eine Lebenshaltung, die von Respekt und Toleranz geprägt ist. Zu den vier Ausdrucksformen gehören Breakdance, Rap, Graffiti und Deejaying (Auflegen). Die beiden „Undadogzz“ begeisterten sich schon als Jugendliche dafür. „Die Musik war cool und du bekamst Applaus und Anerkennung, die vielleicht anderswo fehlten“, erzählt Tommy Galido. „Der Tanz war und ist für mich vor allem ein starkes Ausdrucksmittel“, so Thomas Geismayr, dessen tänzerische Karriere bereits 1998 im Kaktus begann. Er erinnert sich daran, dass Hip-Hop für manche Jugendliche wie ein Katalysator funktionierte, um Destruktivität in Kreativität zu wandeln.

„Menschen unterschiedlicher Herkunft bauen Beziehungen auf und gleichzeitig Vorurteile ab.“

Thomas Geismayer
Breakdance-Gruppe „Undadoggzz“

Den friedlichen Aspekt dieser Bewegung unterstreicht der Jugendberater Sebastian Mischitz. „Menschen unterschiedlicher Herkunft bauen Beziehungen auf und gleichzeitig Vorurteile ab“, ist er überzeugt. Nicht umsonst steht Hip-Hop für „Peace, Love, Unity & Having Fun“.

Breakdance wird olympisch

Weder Thomas Geismayr, noch die Mitarbeiter der Offenen Jugendarbeit Dornbirn können sich nicht damit anfreunden, dass Breakdance eine Olympische Disziplin wird und somit Leistungs- und Konkurrenzdenken aufkommen, wo sie nicht hingehören. „Wie will man Gefühl und Emotionen bewerten?“, fragt sich Geismayr. Tommy Galido fasst den Spirit des Festivals Ruff Enough zusammen: „Jugendkultur und -austausch, Festival, Party, Tanz, Kunst und Workshops.“ erh