Nächste Runde für Tostner Apothekenpläne

19.07.2019 • 13:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im November 2016 übergaben Walter Fontana (l.) vom Krankenpflegeverein und Christian Fiel (r.) an Apothekenkammerpräsident Jürgen Rehak Unterschriften von 2900 Tostner Einwohnern, die eine Apotheke für ihren Ortsteil forderten.

Am Freitag wurde am Landesverwaltungsgericht in Bregenz über die Tostner Apotheke verhandelt. Ein Urteil liegt nicht vor. Es müssen von der Apothekenkammer einige Informationen nachgeliefert werden.

Gernot Schweigkofler

Bregenz, Feldkirch Das Kapitel „Apotheke für Tosters“ ist wieder um ein Kapitel reicher. Nachdem die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch Anfang des Jahres einen negativen Bescheid für das Vorhaben erteilt hat, wurde von der Antragstellerin die nächsthöhere Instanz, das Landesverwaltungsgericht, angerufen. Der negative Bescheid hat in Feldkirch für viel Aufregung gesorgt, denn es lag ein positives Gutachten der Apothekenkammer vor. Die Stadtpolitik stellte sich daraufhin ausdrücklich hinter die Forderung nach einer Apotheke. Bereits 2016 hatten 2900 Tostner (von ca. 6000) eine Petition unterzeichnet, die eine Apotheke für Tosters fordert. Die VN berichteten.

Im Landesverwaltungsgericht war am Freitag aber nicht der Beschwerdeführer, also der Rechtsvertreter der Antragstellerin, Lukas Pfefferkorn, der große Wortführer. Denn inzwischen liegt ein ergänztes Gutachten der Apothekerkammer vor, das nunmehr klar positiv ausgefallen ist. Das nahmen die Anwälte dreier Feldkircher Apotheken, der Clessinschen Stadtapotheke, der Fidelis-Apotheke und der im Bau befindlichen Apotheke in Nofels aufs Korn. Sie versuchten von der Gutachterin zu erfahren, was sich geändert hatte, so dass aus einem Grenzfall ein klar positives Gutachten wurde. Die beiden Wiener Anwälte Eleonore Berchtold-Ostermann und Wolfgang Völkl sind Experten im Apothekenrecht. Die Methodik des Gutachtens wurde hinterfragt, Berchtold-Ostermann zweifelte an, ob es überhaupt für ein derartiges Verfahren anwendbar sei. Sie beantragte, Apothekerkammerpräsident Jürgen Rehak vorzuladen, immerhin habe auch dieser das derzeitige Berechnungsmodell in Frage gestellt. Zudem gab es offene Fragen bezüglich einiger Zahlen, die teilweise mehrere Jahre alt sind.

Damit diese Zahlen nachgereicht werden können, vertagte Richter Otto Pathy die Verhandlung. Bis Anfang oder Mitte September sollen die Zahlen nachgereicht werden, ob es dann zu einer weiteren Verhandlung vor Ort kommt, ist unklar. Ein Urteil ist jedenfalls nicht vor dem Herbst zu erwarten.