Ein Quartett auf brutaler Raubtour

Vorarlberg / 16.10.2019 • 18:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dornbirner Polizeibeamte machten die vier Verdächtigen mit Hilfe des Landeskriminalamts ausfindig und nahmen sie fest. SYMBOL: HOFMEISTER

Drei Männer und eine Frau machten Dornbirn und Hard unsicher – bis die Handschellen klickten.

Dornbirn, Hard Es war eine wüste Raubtour, die in der Nacht auf den 4. September in Dornbirn begann: Zwei serbische Staatsbürger im Alter von 18 und 20 Jahren, ein 24-jähriger Mann und eine 20-jährige Frau aus Österreich stehen unter Verdacht, damals eine 30-jährige Frau, die sich auf dem Nachhauseweg befand, niedergeschlagen und ausgeraubt zu haben. Das Opfer war auf dem Gehsteig der Dr. Waibel-Straße unterwegs, als es ein bremsendes Fahrzeug bemerkte. Unmittelbar danach ergriff ein Mann von hinten ihre Handtasche. Als die 30-jährige Dornbirnerin versuchte, die Tasche nach vorne wegzuziehen und sich gegen den Angriff zu wehren, versetzte ihr der Angreifer einen heftigen Stoß, sodass sie auf den Gehsteig prallte, dabei verletzt wurde und kurzzeitig das Bewusstsein verlor. Der Täter erbeutete aus der Handtasche 470 Euro Bargeld, Einkaufsgutscheine im Wert von 250 Euro, ein Handy und noch weitere persönliche Gegenstände. Danach flüchtete er mit dem Auto vom Tatort. Die 30-Jährige begab sich danach selbstständig ins Krankenhaus Dornbirn.

Alkoholisiertes Opfer

Am 21. September schlug das Quartett erneut zu, diesmal um 22.30 Uhr bei der Bushaltestelle direkt vor dem Krankenhaus Dornbirn. Eine 19-jährige Frau und ihr 20-jähriger Freund, beide aus dem Bregenzerwald, stiegen dort aus dem Linienbus aus. Der 20-Jährige war zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisiert, weshalb die Freundin beschloss, mit ihm das Krankenhaus aufzusuchen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich auch die vier Verdächtigen an der Bushaltestelle.

Die nichtsahnende Bregenzerwälderin sprach sie an und bat sie um Hilfe, um ihren Freund ins Krankenhaus zu bringen. Eine verhängnisvolle Bitte. Denn die Männer fragten zunächst nicht nur nach einer Gegenleistung, sondern auch, ob sie „abgestochen“ werden wollen. Gleich darauf näherte sich die 20-jährige Verdächtige der jungen Frau und nahm ihr den Rucksack weg. Da sich aber nichts „Brauchbares“ im Rucksack befand, gab sie ihn wieder zurück. Anschließend durchsuchte die Beschuldigte den hilflos am Boden liegenden Bregenzerwälder und nahm dessen Mobiltelefon, das er in einer Hosentasche trug, an sich. Als der junge Mann eine „unklare Aussage“ in Richtung der Angreifer von sich gab, dürften sich die Beschuldigten provoziert gefühlt haben. Zwei der drei Männer traten auf den am Boden liegenden Mann ein. Als die junge Frau die Täterin aufforderte, das Mobiltelefon wieder herauszugeben, versetzte diese der Bregenzerwälderin einen Faustschlag ins Gesicht. Anschließend verließ das Quartett den Tatort.

„Sämtliche Knochen brechen“

Noch in derselben Nacht gegen 0.30 Uhr überfielen dieselben Täter in Hard einen 17-jährigen Burschen. Der Jugendliche befand sich auf der Mittriedstraße auf dem Nachhauseweg, als das räuberische Quartett aus dem Pkw ausstieg. Einer der Männer hielt einen ausgefahrenen Schlagstock als Drohmittel in der Hand. Der 17-Jährige wurde aufgefordert, sein mitgeführtes Bargeld in Höhe von 5,70 Euro und sein Mobiltelefon auszuhändigen. Mit der Drohung: „Wenn du die Polizei rufst, werde ich dir sämtliche Knochen brechen“, verschwanden die Täter.

Nun ist es Beamten der Polizeiinspektion Dornbirn unter Mithilfe des Landeskriminalamts gelungen, die Verdächtigen auszumitteln. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden mittlerweile alle vier Beschuldigten festgenommen und in die Justizanstalt Feldkirch eingeliefert. Sie werden wegen Raub, schwerem Raub, räuberischem Diebstahl und nach dem Waffengesetz angezeigt.