„Der Dienst am Nächsten ist meine Berufung“

Vorarlberg / 04.12.2019 • 14:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Heidi Liegel ist seit Kurzem für die Pastoralassistenz in ihrer Wohngemeinde Altach verantwortlich. EGLE
Heidi Liegel ist seit Kurzem für die Pastoralassistenz in ihrer Wohngemeinde Altach verantwortlich. EGLE

Seit Herbst ist Heidi Liegel Pastoralassistentin in Altach.

Altach Eigentlich begann die berufliche Laufbahn für Heidi Liegel als Sachbearbeiterin bei der Bezirkshauptmannschaft recht unspektakulär, bis sie mit 21 Jahren den Wandel vollzog und sich für die Ausbildung zur Pastoralassistentin entschied. Das bedeutete damals für sie eine dreitägige Aufnahmeprüfung, einen Umzug nach Wien und eine vierjährige Fachhochschule zu absolvieren.
Kontakt zur Kirche hatte Liegel zwar schon davor – sie hatte sich während ihrer Schulzeit im Gymnasium Marienberg in der katholischen Jungschar in der Pfarre Herz Jesu in Bregenz engagiert –, der Schritt nach Wien war dann aber nochmal etwas anderes, bestätigt die 45-Jährige. Neben der Ausbildung arbeitete Liegel – teils im Rahmen des Praktikums, teils freiwillig – in einem Gefängnis, einem Obdachlosenheim oder auch in einer Drogenberatungsstelle. Die Fachhochschule in Wien wurde zur Lebensschule, hat Spuren hinterlassen und eine spirituelle Gemeinschaft unter den Schülern begründet. Bei den jährlich stattfindenden Klassentreffen kommen die damaligen Mitschüler aus ganz Österreich in der Regel vollzählig und die allermeisten sind immer noch als Pastoralassistenten tätig.

„Feuer, aus der Ferne leuchtend“

1999 schließlich trat Liegel ihre erste Stelle in der Pfarre Mariahilf in Bregenz an und wechselte ein Jahr später zur Pfarre Götzis, wo sie 16 Jahre lang blieb. Seit 1. September ist sie nun in ihrer Heimatgemeinde Altach tätig, was für die zweifache Mutter durch die kurzen Wege viele Vorteile bietet, durch die direkte Bekanntschaft mit den Menschen aber auch Abgrenzung benötigt, gerade wenn es etwa um den Beerdigungsdienst für Angehörige von Freunden geht. Aber, so Liegel, auch das habe sie in den Jahren gelernt, ein professioneller Umgang sei nötig, durch die Bekanntschaft könne der Abschied nochmal eine Spur persönlicher gehalten werden. Dank ihrer langjährigen Vorgängerin Ingrid Gerold sei auf jeden Fall die Akzeptanz von weiblichen Pastoralassistenten in Altach vom ersten Tag an voll und ganz gegeben gewesen. Verantwortlich ist Liegel auch für die Altacher Ministranten, den Umgang mit den Schülern empfindet sie als besonders erfrischend.Kürzlich fand zudem die erste Kinderkirche in der Kummenberggemeinde mit rund 40 Kindern statt, und auch sonst hat Liegel für die Zukunft so einige Projekte geplant.

Die Arbeit mit den Menschen, die Spiritualität bedeutet für Liegel die persönliche Erfüllung und gibt ihr den nötigen Halt. Im Pfarrbrief umschreibt sie Christus als „das Feuer, das aus der Ferne leuchtet. Wenn man ihm näher kommt, dann wärmt und tröstet es, und schließlich wird man selbst das Feuer“. Dieses in ihr brennende Feuer wünscht Liegel sich auch in Zukunft – für die Pfarre und die Menschen. CEG