Andreas Blenke macht aus Wachs Krippenfiguren

Vorarlberg / 05.12.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andreas Blenke zeigt ein Jesuskind, das er aus Wachs geschaffen hat. KUM

Es ist eine Kunst, aus Wachs Krippenfiguren zu kreieren. Eine 85-jährige Frau aus Deutschland brachte es dem Feldkircher Andreas Blenke bei.

Feldkirch In der Adventzeit hat Andreas Blenke (49) immer im ganzen Land  Krippenausstellungen besucht. Das handwerkliche Können der Krippenbauer faszinierte ihn. Da er als Steinmetz selbst ein Kunsthandwerker ist, weiß der 49-jährige Feldkircher, welche Fertigkeiten diesen Krippen zugrunde liegen. Sein Blick blieb aber meistens an den Krippenfiguren hängen. „Mir fiel auf, dass alte Figuren aus Wachs sind. Ich fragte mich: Wie macht man die?“

„Ich tüftelte ein Jahr herum. Dann hatte ich eine gewisse Sicherheit und ein Gefühl fürs Wachs, fürs Formen und fürs Malen.“

Andreas Blenke, Wachskünstler

In ihm reifte die Idee heran, selbst welche zu kreieren. Er fragte sich, wer ihm das beibringen könnte. Im Internet wurde er fündig. „Ich kontaktierte eine 85-jährige Frau aus Bayern. Sie erklärte sich bereit, mir zu zeigen, wie man Wachsfiguren herstellt.“ Das Wochenende mit ihr vergisst Blenke nicht mehr. „Es war eine harte Schule. Viele Figuren zerbrachen mir, viele habe ich wieder eingeschmolzen, weil sie mir nicht gefielen.“ Seine Lehrmeisterin riet ihm zur Geduld. „Mit Schnelligkeit geht gar nichts. Du musst genau und präzise arbeiten. Es ist alles eine Übungssache. Man bekommt mit der Zeit ein Gefühl dafür.“ Blenke gab sich die nötige Zeit. „Ich tüftelte ein Jahr herum. Dann hatte ich eine gewisse Sicherheit und ein Gefühl fürs Wachs, fürs Formen und fürs Malen.“

Kommt dabei zur Ruhe

Der erste Schritt auf dem Weg zur Krippenfigur ist die Form aus Gips. „Damit sie gelingt, braucht es ein Gefühl dafür. Entweder man hat es oder man hat es nicht.“ Anschließend wird in die Form das heiße Wachs hineingeschüttet. Danach gilt es, die Figur auszuarbeiten. Auch das erfordert viel Feingefühl. Die Glasaugen richtig zu platzieren, sei zum Beispiel nicht einfach. „Das Schwierigste ist der Ausdruck des Gesichts. Er wird immer anders.“ Mund und Augenbrauen werden mit Ölfarbe gestaltet. „Gemalt wird zum Schluss. Dann fehlt nur noch das Gewand. Das näht mir meine alte Tante.“

Manchmal arbeitet er bis zu acht Stunden an einer Krippenfigur. „Für diese feine Arbeit braucht es eine ruhige Hand. Darum funktioniert es nicht jeden Tag.“ Der Wachskünstler investiert viel Zeit in sein Hobby. „Ab September arbeite ich zwei bis drei Abende in der Woche. Nach Weihnachten höre ich auf. Dann will ich drei Monate nichts mehr wissen von Krippenfiguren.“

Das Herstellen von Wachsfiguren ist für ihn ein schöner Ausgleich zum Beruf. „Da komme ich zur Ruhe.“ Bei der Krippenausstellung in Frastanz Ende November im Haus der Begegnung konnte man einige seiner Werke bewundern. Ausgebreitet auf einem Tisch bot er sie zum Verkauf an: die heilige Maria, der heilige Josef und das Jesuskind in allen Variationen.  

Bei der Krippenausstellung in Frastanz präsentierte Andreas Blenke einige seiner Werke.
Bei der Krippenausstellung in Frastanz präsentierte Andreas Blenke einige seiner Werke.