Angst vor TBC-Erreger auf heimischen Bauernhöfen

Vorarlberg / 12.12.2019 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Experten sind überzeugt davon, dass sich Rinder und Kühe am ehesten auf einer Alpe durch Kontakt mit Wild mit dem TBC-Erreger infizieren. BERCHTOLD

Nach dem massiven TBC-Fall im Oberland soll auch ein Tier im Unterland positiv getestet worden sein.

Bludenz Die betroffene Landwirtsfamilie im Großraum Bludenz ist nach dem positiven Hauttest bei 42 Tieren auf ihrem Hof am Boden zerstört. Man habe kein Vieh zugekauft und könne sich einfach nicht erklären, wie diese massive Durchseuchung möglich sei. Die Keulung des gesamten Bestandes scheint unausweichlich, in der Tierkörperverwertungsanlage werden derzeit Tiere am Fließband getötet.

Laut VN-Informationen sömmerten die Rinder des betroffenen Betriebs auf der Alpe Albona. Dass es dort viel zu viel Wild gebe, wie von Landwirtschaftsseite zum Teil behauptet wird, stimme nicht, heißt es von der Jägerschaft. „Die Alpe Albona befindet sich im Gemeindegebiet Klösterle. Das ist eine Vorzeigeregion in Bezug auf Reduzierung des Wildbestands“, sagt Bezirksjägermeister Manfred Vonbank. Man finde in der Region nur noch zwischen fünf bis zehn Prozent jener Rotwildmenge, die es dort noch vor einigen Jahren gegeben habe. Vonbank verweist auch auf die stark reduzierte Zahl von TBC-infiziertem Rotwild. „Früher lagen wir diesbezüglich im zweistelligen Prozentbereich, jetzt sind es noch circa drei Prozent.“

Keine Frischinfektionen?

Für den Bezirksjägermeister scheint klar: „Diese tragischen Fälle von Infektionen mit dem TBC-Erreger sind keine Frischinfektionen. Einzelne Tiere eines Bestandes wurden vor mehreren Jahren infiziert. Bei den Tests hat man das dann aber vorerst nicht entdeckt. Die Tiere haben die Infektion über Jahre auf andere Tiere im Bestand übertragen. Und so ist es zu den tragischen Fällen in Nüziders und Bludenz gekommen.“

Die Jäger will Vonbank dennoch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. „Wir müssen weiterhin unseren Verpflichtungen nachkommen und dürfen in unseren Bemühungen auch nicht nachlassen. Das Problem ist nur gemeinsam in den Griff zu bekommen.“ So wie Landesrat Christian Gantner fordert auch Vonbank massive Anstrengungen in der Forschung, um den Stamm des TBC-Erregers herauszufinden.

„Wir Jäger müssen weiterhin unseren Verpflichtungen nachkommen.“

Manfred Vonbank, Bezirksjägermeister

Fall im Unterland?

Indes gibt es offensichtlich einen weiteren TBC-Verdachtsfall im Unterland. Eine Kuh soll dort positiv auf den Hauttest reagiert haben und steht vor der diagnostischen Tötung. Landesveterinär Norbert Greber wollte den Fall am Mittwoch nicht bestätigen.

Am Freitag erwartet Greber das Ergebnis der Organproben, die am betroffenen Hof im Großraum Bludenz entnommen wurden.