Warum Claudio Herburgers Job schwer zu beschreiben ist

Vorarlberg / 12.12.2019 • 10:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Claudio Herburger ist seit März für die Bereiche Kultur und Vereine in Rankweil zuständig. Egle
Claudio Herburger ist seit März für die Bereiche Kultur und Vereine in Rankweil zuständig. Egle

Vor nicht ganz einem Jahr übernahm Claudio Herburger die Agenden von Armin Wille in der Marktgemeinde Rankweil.

Rankweil Eine treffende Jobbeschreibung für die Tätigkeit von Claudio Herburger ist nicht einfach zu finden, ein einzelnes Wort kann es auf keinen Fall ausdrücken, und sogar Herburger selbst tut sich schwer: „Ich bin bei der Marktgemeinde Rankweil für die Bereiche Kultur und Gesellschaft zuständig. In Zusammenarbeit mit Bürgern und Vereinen organisiere ich kulturelle Veranstaltungen – aber ob es das wirklich trifft, kann ich eigentlich nicht genau sagen.“ Gleichzeitig betont der 38-Jährige das Alleinstellungsmerkmal von Rankweil, wenn es um das Gemeinwesen oder das Ehrenamt geht oder darum, sich aktiv für die Gesellschaft einzubringen.
Mitschuldig an diesem Umstand ist sicher der Vorgänger von Herburger, Armin Wille, der fast 30 Jahre für diesen Bereich verantwortlich zeichnete. Warum sich gerade in Rankweil so viele Menschen ehrenamtlich engagieren, ist für den Dornbirner nicht letztgültig zu klären: „Vielleicht haben sie es Armin zuliebe getan, oder für den Verein oder das Dorf – ich weiß es nicht.“

Differenzierte Aufgaben

Neben seiner Vollzeitanstellung bei der Marktgemeinde hat Herburger auch Willes Sitz in der Geschäftsführung des Alten Kinos geerbt. Beide Seiten kooperieren eng, es gibt wohl kaum eine Veranstaltung in Rankweil, bei der das Alte Kino nicht mit dabei ist. Die Aufgaben bedürfen auf jeden Fall eines starken Teams im Hintergrund, betont Herburger. Eine 24/7-Arbeit, wie sie sein Vorgänger gemacht hat, will und kann er nicht machen, es brauche auch noch ein Privatleben: „Mir fehlen sicher auch noch das Netzwerk von Armin und die Erfahrung, ich brauche unbedingt eine starke Mannschaft im Hintergrund.“ Einen Teil mitgenommen hat er durch seine zwölfjährige Tätigkeit im Rankweiler Rathaus, wo er für die Jugendarbeit zuständig war und es oft Berührungspunkte mit dem Alten Kino gab. Unter anderem deswegen wurde er von Wille als Nachfolger vorgeschlagen, was ihm das Prozedere eines Bewerbungsprozesses dennoch nicht ersparte.

Unterschiede zwischen Jugend- und Kulturarbeit für Erwachsene gebe es genug, bei Jugendlichen war es oft schneller und auch direkter, nun gehe es – dank der Mühlen der Bürokratie – langsamer, und Direktheit komme nicht immer gut an. Die Herausforderungen seiner beiden Aufgaben sieht Herburger differenziert. Gerade in der Gemeindearbeit gelte es, vorerst die Qualität zu halten und das Angebot nur schrittweise zu steigern. Im Alten Kino steht Herburger vor der Aufgabe, im Verein und auch in den Reihen des Publikums junge Leute mit einzubinden, die auch Verantwortung übernehmen möchten. In Sachen Programmschiene soll es neben Altbewährtem schon bald eine Auffrischung des Angebots geben. Und wer weiß, vielleicht wird aus dem Alten Kino schon bald ein Junges Kino. CEG

Zur Person

Claudio Herburger ist seit März für die Bereiche Kultur und Vereine in der Marktgemeinde Rankweil zuständig

Geboren 27. Juni 1981 in Bezau, aufgewachsen und wohnhaft in Dornbirn

Familienstand ledig

Ausbildung Studium Soziale Arbeit an der FH Dornbirn

Hobbys Fußball, Tennis, Natur, Veranstaltungen (aktiv und passiv)