Von Eliten bis Dosenfisch – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Vorarlberg / 27.03.2026 • 10:50 Uhr
Von Eliten bis Dosenfisch – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Was es dieses Wochenende (und darüber hinaus) in Vorarlberg alles zu erleben gibt.

In Vorarlberg passiert viel. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Daher gehen die VN jeden Freitag weit über das Format der bloßen Event-Ankündigung hinaus. Persönlich und kompetent geben Redakteurinnen und Redakteure ihre Empfehlungen für Familienunternehmungen, Sport, Kultur, Events, Gastronomie, Bücher, Musik und mehr ab.

Rückrundenstart in der VOL.AT-Eliteliga

Von Eliten bis Dosenfisch – der VN-Überblick für die kommenden Tage
Christian Adam ist Sportchef bei den VN. Sein Herz schlägt für den Fußball, seine Expertise geht jedoch weit darüber hinaus. Seinen jeden Samstag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

Mit einem echten Kracher startet die VOL.AT-Eliteliga in die Rückrunde. Denn mit der Admira und Röthis treffen am Samstag (15 Uhr) gleich zwei der drei auf den Aufstiegsrängen für die Arlbergliga liegenden Mannschaften aufeinander. Ein echtes Spitzenspiel zum Frühjahrsauftakt. Auf der „Baustelle“ im Rohrbach empfängt die Admira als Tabellenzweiter den Winterkönig aus Röthis. Bei den Dornbirnern ist inzwischen der Neubau des Clubheims voll im Gange, die Mannschaft selbst zeigte sich im Herbst von der besten Seite und liegt nur zwei Punkte hinter dem Team aus dem Vorderland. Beste Gelegenheit, sich selbst vom Baufortschritt zu überzeugen und gleichzeitig den Schlager der Runde anzuschauen. Allen Fans des heimischen Amateurfußballs darf ich weitere Fakten rund um den Frühjahrsstart ans Herz legen: Die VN und Ländle-TV übertragen jede Runde ein Spiel der VOL.AT-Eliteliga, samt Kommentar, auf VOL.AT. Das TV-Spiel vom Wochenende ist am Sonntag, wenn ebenfalls um 15 Uhr der FC Egg das Spitzenteam aus Wolfurt empfängt. Gut vier Monate hat die Ligapause gedauert, jetzt ist auf den heimischen Fußballplätzen wieder Spannung angesetzt. Und das gilt auch für das Tabellenende, wo mit Göfis eine Mannschaft im Herbst gar ohne Sieg blieb. Im Oberlandduell mit Nenzing soll es endlich mit einem ersten Dreier in der laufenden Saison klappen. Somit ist also für jeden das richtige Spiel dabei. Der Fußball-Frühling kann starten.

Immer noch besser als Spinat

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Michael Prock ist Politik-Leiter bei den VN, Vater einer sechsjährigen Tochter, Fußballer und ein großer Freund der Popkultur. Seinen jeden Freitag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

An dieser Stelle geht ein sarkastisches „Danke“ nach Dornbirn und Rankweil. Danke, lieber Spielboden. Danke, liebes Altes Kino. Was soll ich nur tun? Ich kann mich nicht entscheiden.

Wenn ich an diese Band denke, frage ich mich: Was hat dich bloß so ruiniert? Denn: „Warst du nicht fett und rosig? Warst du nicht glücklich?“ Die Sterne sind im Land. „Big“ in Rankweil. Sie gastieren am Samstag im Alten Kino. Ich wäre wahnsinnig gerne dabei.

Aber da hat jemand mit seinen Alltagsballaden etwas dagegen. „Bis elf kaufst beim Nah und Frisch an Leberkäs und Dosenfisch, dazua vielleicht a Gösserbier …“, singt der Nino aus Wien, der am Samstagabend im Spielboden aufspielt. Also: Was tun? Hamburger Indie oder moderne Wiener Lieder? Ronaldo oder Messi? Wobei – beim Alter der Bands – eher: Pelé oder Beckenbauer?

Vielleicht hilft mir Gunkl am Freitag im KOM in Altach, eine Entscheidung zu treffen. Wobei der Programmtitel „Nicht nur, sondern nur auch“ vieles vermuten lässt. Nur keine Entscheidungshilfe.

Spring über deinen Schatten

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Felix Holzer ist Artdirector bei den VN. Seine Interessen gelten dem Spannungsfeld zwischen der Sub- und der Hochkultur – und der Geschichte, speziell der lokalen.

Man geht also zum Tanz. Freiwillig. Ohne dass jemand mit sanftem Druck oder hartem Sekt nachgeholfen hätte. Ein Schritt, der Mut verlangt, vor allem, wenn die eigene tänzerische Biografie im Wesentlichen aus Verlegenheitswippen und strategischem Herumstehen besteht. Und nun also: Hofesh Shechter. Samstag, 28. März 2026, 20 Uhr, Festspielhaus Bregenz. „Theatre of Dreams“ heißt das, was einen dort beim Bregenzer Frühling erwartet – wobei „erwartet“ ein großes Wort ist für etwas, von dem man im Grunde nur weiß, dass es vermutlich alles sprengt, was man bislang unter Tanz abgespeichert hat. Shechter, so viel hat man gehört, macht keine hübschen Bewegungen, sondern Zustände. Dunkelheit, Wucht, Körper im Ausnahmezustand. Musik, die nicht begleitet, sondern antreibt wie ein leicht ungeduldiger Vorgesetzter. Man selbst wird also sitzen, geschniegelt, bemüht offen, und innerlich hektisch versuchen, Anschluss zu finden an etwas, das sich nicht anbiedert. Wahrscheinlich wird man nichts verstehen und genau das zunächst für einen persönlichen Mangel halten. Was es natürlich auch sein könnte. Aber vielleicht liegt der Fehler ja nicht im Zuschauer, sondern im Wunsch, alles sofort einordnen zu müssen wie Socken. Die eigentliche Zumutung besteht womöglich darin, sich einfach hineinziehen zu lassen. Ohne Netz, ohne Deutungsschablone, ohne das beruhigende Gefühl, auf der richtigen Seite des Geschmacks zu stehen.

Und während man sich noch fragt, ob man sich das wirklich antun soll, wächst sie bereits: diese leicht trotzig eingefärbte Vorfreude, die sagt: Geh hin. Schau dir das an. Und halt es aus.

Mozarts Requiem

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Andreas Marte leitet die Kulturredaktion der VN, wo er seine größte Leidenschaft – neben seiner Familie – zu seinem Beruf gemacht hat. Seinen jeden Donnerstag erscheinenden Newsletter kann man unter https://www.vol.at/newsletter abonnieren.

Wer am kommenden Samstag, 28. März, einen unvergesslichen Abend erleben möchte, sollte sich dieses Konzert nicht entgehen lassen. In der Erlöserkirche Lustenau präsentiert der aus Vorarlberg stammende Stardirigent Manfred Honeck, Grammy-Preisträger und langjähriger Music Director des Pittsburgh Symphony Orchestra, Mozarts Requiem in einer über viele Jahre gewachsenen, sehr persönlichen Interpretation. Dieses von Mythen umrankte Werk mit seiner seltenen existenziellen Wucht gehört zu den ergreifendsten Kompositionen der Musikgeschichte, weil sich in ihm Trost, Dunkelheit, Klage und Hoffnung auf einzigartige Weise durchdringen. Honeck verbindet Choräle, gesprochene Texte, Chorwerke sowie Solistinnen und Solisten zu einem eindrucksvollen Ganzen. An seiner Seite musizieren das Symphonieorchester Vorarlberg und der Philharmonische Chor München. Das Besondere an dieser Aufführung ist nicht allein die musikalische Meisterschaft, sondern auch Honecks feines Gespür dafür, wie sich Raum, Klang und Sprache zu einer eigenen, dichten Welt verbinden. Die Erlöserkirche bietet dafür den idealen Rahmen. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Emotion und Atmosphäre

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Marc Springer ist verheiratet, Vater zweier Kinder und seit 15 Jahren Chefredakteur von VOL.AT.

Am Palmsonntag, 29. März 2026, lohnt sich ein Abstecher nach Lauterach: Die Bürgermusik lädt um 17 Uhr zum Kirchenkonzert in die Pfarrkirche St. Georg. Unter dem Titel „Un(be)greifbar“ erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches Programm – von einer kraftvollen Eröffnung über keltische Klangwelten bis hin zu einem beeindruckenden Marimba-Duett. Besonders spannend: Ein zentrales Werk wird auch bei den kommenden Landeswertungsspielen zu hören sein. Wer Musik erleben will, die Emotion und Atmosphäre verbindet, sollte sich diesen Termin vormerken.

Schöner lesen im designforum

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Andreas Scalet ist Leiter der VN-Wirtschaftsredaktion VN-Wirtschaftsredaktion und liest gerne Bücher, in welchen man noch richtig blättern kann.

Lesen kann man am Bildschirm, man kann sich die Inhalte von ChatGPT zusammenfassen lassen oder ein Hörbuch downloaden und weiß dann Bescheid. In etwa zumindest. Doch ein Vergnügen ist das alles nicht, wie passionierte Leser wissen. Ein Vergnügen ist es, wenn man die Seiten blättern kann, wenn es haptisch erlebbar ist und wenn ein Buch auch noch schön ist. Denn das Auge liest bekanntlich mit. Das designforum Vorarlberg in der CampusVäre trägt dem ebenso kreativen wie alten Handwerk der Gestalter, Drucker und Buchbinder Rechnung und zeigt bis 21. Mai „die schönsten Bücher aus sieben Nationen“. Schmökern kann man in insgesamt 112 Publikationen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Slowenien, der Tschechischen Republik und der Ukraine. Die Bücher sind 2024 erschienen und wurden 2025 von internationalen Jurys ausgezeichnet. Sie alle erzählen von typografischer Präzision, einer materialbewussten Gestaltung und vom Buch als eigenständiges Medium. Mit dabei sind fünfzehn österreichische Titel, darunter auch einer aus Vorarlberg: „Ahna und Mara. S‘Muntafu und du“ – ein Kinderbuch von Monika Valentin.

„Die schönsten Bücher aus sieben Nationen“ bis 21. Mai, Montag bis Donnerstag, 10 bis 16 Uhr, Führungen anfragen. Designforum Vorarlberg im CampusVäre. Umfangreiches Begleitprogramm.