Psychisch kranke Frau bleibt in U-Haft

Vorarlberg / 07.01.2020 • 18:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Beschuldigte befindet sich derzeit in der geschlossenen Psychiatrie im Landeskrankenhaus Rankweil. VOL.AT/RAUCH

Vergewaltigungsopfer wollte sich angeblich an ihrem Peiniger rächen.

Rankweil Seit dem 21. September 2019 sitzt eine 48-jährige Frau in Untersuchungshaft. Die psychisch kranke Götznerin wurde als Kind über 200 Mal vergewaltigt. Sie leidet noch heute massiv an den Folgen dieses Martyriums. Mitte Juli des Vorjahres klingelte und hämmerte sie mit zwei Messern bewaffnet an der Tür ihres Peinigers. Doch diese öffnete sich nicht. Der bereits im Jahr 2000 am Oberlandesgericht Innsbruck zivilrechtlich verurteilte Vergewaltiger war zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause.

Nachdem die 48-Jährige wieder zur Besinnung kam, ließ sie sich freiwillig in die Psychiatrie des LKH Rankweil einweisen, wo sie von ihrem vermeintlichen Vorhaben erzählte (die VN berichteten). „Am liebsten hätte ich ihm etwas angetan“, soll sie gegenüber der Polizei gesagt haben. Grund genug für den Staatsanwalt, die U-Haft zu verhängen. Im Oktober und November erfolgten die ersten beiden Haftprüfungen, am Dienstag die dritte.

Haftprüfung

Bitter für die Frau: Der Antrag auf Entlassung wurde abgelehnt. Sie bleibt weiterhin in der geschlossenen Psychiatrie in Rankweil stationiert. Einen Termin für die Hauptverhandlung gibt es noch nicht. Im Jahr 2000 war der damals 29-jährigen Frau, die über vier Jahre hindurch sexuell missbraucht wurde, vom Oberlandesgericht Innsbruck ein Schmerzensgeld in Höhe von 750.000 Euro zugesprochen worden. Strafrechtlich wurde der Peiniger nicht mehr verfolgt – wegen Verjährung. CRO