Eckart Neururer aus Lustenau möchte die Welt ein Stück besser machen

Vorarlberg / 23.01.2020 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eckart Neururer fährt ab Ende Jänner mit dem Motorrad durch mehrere südamerikanische Länder. ERH

Der Lustenauer fährt mit dem Motorrad Tausende von Kilometern durch die Kontinente.

Lustenau Ein langes Gespräch reicht nur dafür aus, einen Bruchteil dessen festzuhalten, was Eckart Neururer, 64, erlebt hat. Es stellt sich heraus, dass er auch für sein nächstes Leben bereits Pläne hätte, und er verrät: „Ich wäre ein Greenpeace Aktivist, aber ein richtiger.“ In diesem Leben trifft er derweil die letzten Vorbereitungen für die Friedensmission „MotoForPeace“, die ihn mit seinem Motorrad KTM 1290 SA – der Zusatz Super Adventure ist Programm – nach Südamerika führen wird.

„Ich habe gesehen, was der tägliche Kampf ums Über­leben bedeutet.“

Eckart Neururer

„Unter der Ägide des Vatikans werde ich mit 15 Berufskollegen der italienischen Polizia di Stato, Carabinieri und Guardia di Finanza sowie Beamten aus Deutschland, Belgien, Spanien und der Türkei am 29. Jänner in Santiago de Chile starten.“ Zwei Begleitfahrzeuge sind dabei – eines hat die Küche an Bord und transportiert medizinische Hilfsgüter wie Blutdruckmesser, das zweite ist als Werkstatt bestückt. Gemeinsam fahren sie nach Ushuaia im südlichsten Argentinien und erreichen über Uruguay, Paraguay und Bolivien nach 14.000 Kilometern ihr Endziel Lima in Peru am 31. März. So lautet der Plan. Unterwegs besuchen die Motorradfahrer samt Begleitern Missionen, Klöster und Spitäler in den entlegensten Dörfern. „Wir wollen den dort tätigen Geistlichen der katholischen Kirche Solidarität und Freundschaft bekunden, ihnen ein Gesicht geben und den am meisten benachteiligten Menschen, meist sind es die Kinder, konkrete Hilfe vor Ort bieten“, heißt es im Grundsatz von „MotoForPeace“.

Der persönliche Anspruch des Lustenauer Teilnehmers heißt: „Die Welt ein Stück besser machen.“ Mit Unterstützung durch Interpol wird es für die Truppe auch offizielle Empfänge in Polizei-Headquarters und Botschaften geben. Der VN-Heimat verrät Eckart Neururer, dass er im Herbst eine Multimedia-Dokumentation über den Verlauf der Reise präsentieren will.

Jeden Tag eine Minestrone

Erfahrung mit „MotoForPeace“ sammelte er bereits 2018, als die Reise durch sechs Länder im Süden Afrikas ging. Die Teilnahme wurde ihm durch einen Berufskollegen der Blue Knights (weltweite Vereinigung motorradfahrender Polizeibeamter ermöglicht. „Ein Arzt in Namibia ist für bis zu 8000 Menschen zuständig, die Mediziner und Ordensleute leisten Großartiges“, zeigt sich der Vater einer Tochter und eines Sohnes beeindruckt und sagt, was ihm besonders gefällt: „Die Menschen glauben an das Gute. Ich habe gesehen, was der tägliche Kampf ums Überleben bedeutet. Und wir meinen hier, wir hätten Probleme“, beleuchtet er die Lebensumstände. In Simbabwe freute sich die Ordensfrau Johanna Brandstätter aus Linz über den Besuch eines Landsmanns.

Das Vorankommen auf Pisten, die manchmal zum Umkehren zwingen, ist beschwerlich, und auch mit dem Schlafen ist das so eine Sache. Das Nachtlager kann im Freien sein, im Zelt, im Begleitfahrzeug oder in einer Missionsstation. „In einer Kirche und sogar im Büro des Pfarrers habe ich schon übernachtet.“
Das Menü aus der mobilen Küche ist herzhaft: Es gibt Pasta. Mittags wird dazu Thunfisch mit Erbsen oder Bohnen aus der Dose serviert. Für den pensionierten Kriminalbeamten ist unterwegs die Welt dann in Ordnung, „wenn ich meine tägliche Minestrone bekomme. Ich glaube daran, dass mir diese Suppe guttut. Sie hält Leib und Seele zusammen“, bekennt er lachend. erh