Hilfskraft auf Diebestour in Lech

Vorarlberg / 27.01.2020 • 07:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Rumäne muss das gestohlene Geld zurückzahlen.  EC

Rumäne klaute aus Mitarbeiterzimmern 13.000 Euro. Kamera wurde ihm zum Verhängnis.

Christiane Eckert

Feldkirch Der heute 31-jährige Rumäne war seit 2016 als Hilfskraft am Arlberg tätig. Seine Aufgaben bei der Skiliftgesellschaft: Schneeräumen, Toiletten bei den Liftanlagen reinigen, Klopapier und Handtuchrollen nachlegen, Parkplatz betreuen. In der Wintersaison 2018/2019 fehlten immer wieder Geldbeträge. Zunächst in einer Mitarbeiterunterkunft bei einem Koch und einer Kellnerin, wenig später bei Mitarbeitern der Skiliftgesellschaft, die im benachbarten Personalhaus untergebracht waren. Ein Betriebsleiter verwahrte in seinem Zimmer regelmäßig größere Geldbeträge. Wenn er einen bestimmten Betrag angespart hatte, gönnte er sich etwas. Als ihm plötzlich 10.500 Euro fehlten, installierte er eine versteckte Kamera.

Einen Tag nach der Montage tappte der Dieb bereits in die Falle. In der Aufzeichnung sieht man, wie der 31-Jährige auf leisen Sohlen in die Wohnung schleicht, sich vorsichtig umsieht und eine Geldtasche durchstöbert. Vor Gericht ist der Rumäne um Erklärungen nicht verlegen. Er habe fragen wollen, ob er sein Auto vor der Garage parken dürfe. „Das hat er mich ein paar Minuten zuvor bereits telefonisch gefragt und ich habe es ihm erlaubt“, sieht der Bestohlene keinen Grund für den heimlichen, persönlichen Besuch. „Mit dem Anruf wollte er, glaube ich, kontrollieren, ob ich daheim bin. Ich hatte nämlich vergessen, das Licht auszuschalten“, vermutet das Opfer des Diebstahls.

Zwei weitere Opfer

Die Hilfkraft bestahl noch zwei weitere Liftangestellte. In einem Personalzimmer fehlten 900 Euro. Ein weiterer, 51-jähriger Bewohner des Hauses, der seinem Patenkind ein Geschenk kaufen wollte, vermisste die dafür bereitgelegten 1250 Euro. Einer der Männer installierte eine selbst gebastelte Falle. Er legte ein kleines Stück Papier auf die Türangel. Bei der Kontrolle fand er den Streifen auf dem Boden, der Beweis, dass jemand sein Zimmer unbeobachtet betreten hatte.

Der Chef des Liftpersonals wurde als Zeuge einvernommen. Er legte einen Schlüsselplan, sämtliche in Frage kommende Schlüssel sowie die dazu passenden Schlüsselzylinder vor. Danach war die Lage bezüglich des Diebes noch klarer.

5400 Euro Geldstrafe

„Es gibt wirklich keinen einzigen Grund, warum ich Ihre Ausführungen glauben sollte“, begründet Richter Richard Gschwenter den Schuldspruch wegen schweren, gewerbsmäßigen Diebstahls. Obwohl sich der Rumäne bis zuletzt unschuldig präsentiert, akzeptiert er das Urteil. Das bedeutet: 5400 Euro Geldstrafe, 1800 davon auf Bewährung. Außerdem muss er die gestohlenen knapp 13.000 Euro zurückzahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.