Verkehr bleibt in Lustenau Thema Nummer eins

Straßenprojekt und Integration waren beherrschende Themen bei Wahldiskussion in Lustenau.
LUSTENAU In Lustenau treten sechs wahlwerbende Gruppierungen zur Gemeindewahl an. Bei der gemeinsamen Podiumsdiskussion von VN und ORF im Lustenauer Reichshofsaal stellten sich Kurt Fischer (ÖVP), Martin Fitz (FPÖ), Christine Bösch-Vetter (Grüne), Mathias Schwabegger (Neos), Manuela Lang (SPÖ) und Hakan Güzel (HaK) den Fragen der Moderatoren.
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Emotionalstes Thema des Abends war wie zu erwarten der Verkehr. Bürgermeister Kurt Fischer sprach von „unzumutbaren Zuständen für direkte Anrainer“ und einer „Durchschneidung“ der Gemeinde. Diese müsse dringend weg. Auch Hakan Güzel, Martin Fitz und Mathias Schwabegger pochen auf eine sofortige Umsetzung. „Am besten gestern“, hieß es beim Neos-Spitzenkandidaten. „Aber in Verbindung mit einer Volksabstimmung“ bei der HaK. „Meine Hoffnung ist etwas verschwunden, nach den Aussagen der Verkehrsministerin“, kam vom FPÖ-Kandidaten. Auch Manuela Lang hofft auf eine baldige Lösung. „Ich werde mich nicht dagegenstellen, wenn Spezialisten sagen, das ist die beste Lösung.“ Bis dahin müsse man aber kurzfristige Alternativen andenken. Währenddessen ist Bösch-Vetter zurückhaltender. Zuerst müsse man das Problem mit der Rheinbrücke lösen. Diese sei sanierungsbedürftig.

Der wirtschaftlichen Entwicklung von Lustenau stellen die Kandidaten indes ein gutes Zeugnis aus. Bürgermeister Kurt Fischer ist stolz auf das bald dritte Betriebsgebiet „Heitere“, das 120.000 Quadratmeter Nettobetriebsfläche aufweise. „Wir hoffen, hier endlich in die Umwidmung gehen zu können.“ Auch Martin Fitz schätzt diese „Grundstücksschätze“, plädiert aber für mehr Ehrlichkeit. „Man muss den Unternehmen beispielsweise sagen, dass der Boden dort nicht der beste ist.“ Zugleich verwies er auf das ungenutzte Grundstück an der Einfahrt zur Marktgemeinde. „Der Ikea-Boden liegt brach.“ Hakan Güzel wäre sowieso für eine Ansiedelung des Möbelriesen gewesen. „Den Verkehr haben wir auch jetzt, auch ohne Ikea.“
Kann man ökologisch und ökonomisch glücklich sein? „Ja“, sagt Christine Bösch-Vetter. Man dürfe die Ansiedelung von Betrieben aber nicht dem Zufall überlassen. „Man darf nicht die lautesten Betriebe, sondern muss die zukunftsfittesten ansiedeln.“ Das Wort zukunftsfit mag auch Mathias Schwabegger. Und dennoch dürfe man auf die bestehenden Betriebsgebiete nicht vergessen. Das bedeute, auch für eine entsprechende Infrastruktur zu sorgen.

Auch über das wichtige Thema Integration wurde diskutiert. Wie Hakan Güzel das Kopftuchverbot sieht? „Jeder soll selbst entscheiden. Man darf niemandem vorschreiben, was er anziehen darf.“ Aber ab wann beginnt Integration? „Der Kindergarten ist der erste Schritt“, sagt Schwabegger. Für Manuela Lang ist das zu spät: „Im Kindergarten ist Deutsch bereits eine Fremdsprache.“ VN-REH, PES
Die nächste Diskussion ist am 4. März in Dornbirn. Die Diskussion vom Sonntag in Hard gibt es hier zum Nachsehen.