“Isolation war nicht immer einfach”

Vorarlberg / 04.04.2020 • 07:00 Uhr
Der digitale Stammtisch mit Florian Kasseroler.
Der digitale Stammtisch mit Florian Kasseroler.

Nenzinger zeigen sich erwartungsgemäß erleichtert über Aufhebung.

Nenzing, Schwarzach Über vierzehn Tag hinweg konnte niemand aus der Marktgemeinde Nenzing raus und auch kein Mensch hinein. Grund dafür bildete eine Anordnung des Landes, die am 17. März in Kraft getreten war. Hintergrund der Quarantäne für die Ortsteile Nenzing Dorf und die zur Gemeinde zählende Parzelle Beschling waren mehr als 20 Coronafälle. Grund genug, Gemeindechef Florian Kasseroler zum Digitalen VN-Stammtisch zu laden. Dabei konfrontierte VN-Redakteur Michael Prock den Bürgermeister auch mit Fragen von VN-Lesern.

LH Wallner “Gast” bei Stammtisch

Die Nenzinger hätten im Hinblick auf die Verordnung von Bund und Land große Disziplin an den Tag gelegt, betonte Kasseroler. “Viele famiiläre Netzwerke waren unterbrochen, das war ein Stresstest für uns alle.” Stichwort Familien: Ist es während der Quarantäne zu Problemen gekommen? Kasseroler: Mir ist davon nichts bekannt.” Wie sehr hat die Isolation seinen eigenen Tagesablauf auf den Kopf gestellt? “Mein Ablauf hat sich sehr verändert. Ich war sehr viel im Homeoffice und versuchte so gut es ging, in den Abendstunden ins Büro zu gehen. Abends befindet sich kaum mehr jemand in der Gemeinde. Und meine sozialen Kontakte sind inzwischen ebenso quasi bei Null gelandet: Ich habe meine Enkelkinder vierzehn Tag lang nicht mehr gesehen”, meinte Kasseroler im Rückblick.

Dass während des live auf VN.at übertragenen Gesprächs LH Markus Wallner bei ihm anrief und damit “Gast” beim VN-Stammtisch war, empfand der Bürgermeister als positives Omen. Immerhin gab Wallner wenige Minuten nach der Aufzeichnung des VN-Stammtisches im Landhaus bekannt, dass die Isolation von Nenzing aufgehoben wird.  “Die Nachricht des Landeshauptmanns, dass die Isolation von Nenzing ausläuft, ist für uns natürlich sehr erfreulich. Die vierzehn Tage waren nicht immer einfach. Am Schluss war schon spürbar, dass eine gewisse Nervosität in der Bevölkerung bemerkbar wurde. Ich möchte mich herzlich bedanken bei der Bevölkerung und bei allen, die diese Maßnahmen mitgetragen haben.” Nachsatz: “Ich fühle mich wohl in Nenzing und verlasse die Gemeinde normalerweise nur dann, wenn es der Beruf erfordert oder ich in meiner Freizeit mal andere Landesteile aufsuche. Das Wissen, dass man es wieder darf, reicht.”