Arbeiten beim Kraftwerk Hochwuhr kommen in Fluss

Vorarlberg / 11.11.2020 • 14:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Derzeit laufgen die Vorbereitungsarbeiten an den beiden Tosbecken des Kraftwerks Hochwuhr. <span class="copyright">Stadtwerke Feldkirch</span>
Derzeit laufgen die Vorbereitungsarbeiten an den beiden Tosbecken des Kraftwerks Hochwuhr. Stadtwerke Feldkirch

Tosbecken werden ausgepanzert, um Resistenz gegen schnelles Fließwasser zu erhöhen.

Feldkirch Das 2003 fertiggestellte Kraftwerk Hochwuhr der Stadtwerke Feldkirch, südlich des Ganahl-Areals, ist derzeit Schauplatz umfangreicher Arbeiten an einem der beiden Tosbecken der Wehranlage.

Hartbeton erwies sich als anfällig

Ein Wasserkraftwerk wird dort errichtet, wo ein möglichst hohes natürliches Gefälle zur Verfügung steht. Durch einen zusätzlichen Aufstau wird die Erzeugung für den jeweiligen Standort optimiert. Beim Kraftwerk Hochwuhr ergibt sich daraus eine maximale Fallhöhe von 9,5 Meter. Solange das Kraftwerk läuft, kann die Energie im Wasser in den beiden Turbinen genutzt werden. Das Wasser strömt anschließend ruhig flussabwärts weiter. Müssen die Wehrsegmente, wie es beispielsweise bei einem Hochwasser der Fall ist, geöffnet und der Stau gelegt werden, muss die Energie des Wassers gezielt vernichtet (vertost) werden, weil sonst die Flusssohle angegriffen wird und die Ufermauern unterspült werden könnten. Dazu dienen beim Kraftwerk Hochwuhr zwei Tosbecken, die sich an die beiden Wehrsegmente anschließen. Diese beiden Tosbecken sind nun Anlass für die laufenden Arbeiten.

Mit den eigentlichen Stahlpanzerungsarbeiten …
Mit den eigentlichen Stahlpanzerungsarbeiten …
… soll Anfang des nächsten Jahres begonnen werden.
… soll Anfang des nächsten Jahres begonnen werden.

Nacheinander werden der Boden und ein Teil der Seitenwände beider Tosbecken mit 15 Millimeter starken Platten aus besonders hartem Stahl gepanzert. Die Maßnahme wurde notwendig, weil sich der eingesetzte Hartbeton als zu anfällig für den Angriff von schnell fließendem Wasser mit hohem Sand- und Kiesanteil erwiesen hatte. An kritisch belasteten Stellen wurde der Beton bis zu 15 Zentimeter tief aus der Oberfläche „gewaschen“ und Bewehrungseisen um 90 Prozent geschwächt. Mit den untereinander verschweißten Stahlplatten wird nun eine dichte und resistente Schutzhaut realisiert, die weitere Maßnahmen für mindestens 50 Jahre vermeiden soll. Die ausführende Baufirma Hilti & Jehle stellt aktuell die dichte Baugrubenumschließung fertig, die den Schutz für alle weiteren Arbeiten garantieren soll. Ab Ende November folgt der Abtrag des alten Hartbetons mit dem Hochdruckwasserstrahlverfahren. Vor Weihnachten sollte hier der Abschluss gefunden werden. Mit den eigentlichen Stahlpanzerungsarbeiten wird dann Anfang Jänner begonnen. Das erste Tosbecken sollte somit im März 2021 fertiggestellt sein. Im Herbst 2021 folgt dann das zweite, felsseitige Tosbecken. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. zwei Millionen Euro.

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