Es wird die Ostumfahrung

Vorarlberg / 11.11.2020 • 20:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Es wird die Ostumfahrung
VN/HARTINGER

Die S 18 wird zur CP. Asfinag legte Favoritin fest. In Lustenau herrscht große Enttäuschung.

Lustenau Vor über neun Jahren wurde in Altach das Schlussdokument des konsensorientierten Planungsverfahrens „Verkehrslösung Unteres Rheintal“ mit dem Kernstück Entlastungsstraße zwischen der Österreichischen und Schweizer Autobahn präsentiert. Die Z-Variante, als riedquerende Verbindung von der A 14 ab Dornbirn Nord bis zum Ortsteil Brugg in Höchst wurde darin als Wunschtrasse genannt. Die CP-Variante einer Ostumfahrung Lustenau mit Ausgangspunkt Dornbirn Süd und gleichem Endstück galt als ungeliebte Alternative.

Experten entschieden

Jetzt hat die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Asfinag) entschieden. Demnach ist die CP die einzige Variante mit Chance auf Genehmigungsfähigkeit. Sie kostet zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Euro. In der offiziellen Asfinag-Aussendung heißt es dazu wörtlich „Im Zuge der Expertenuntersuchung kristallisierte sich eindeutig heraus, dass die CP-Variante die geringsten Auswirkungen auf Natur, Ökologie und Schutzgebiete hat. Bei der Verkehrsentlastung erzielten beide untersuchten Varianten eine hohe Wirksamkeit beim überregionalen Verkehr. Dazu kommt, dass die CP-Variante eine noch höhere Entlastungswirkung für die Vorarlberger Bevölkerung beim regionalen Verkehr auf dem niederrangigen Straßennetz hat.“

Projekt fortgeführt

Die Asfinag werde in den nächsten Planungsschritten die 8.5 Kilometer lange CP-Variante weiterverfolgen. „Die detaillierten baulichen Ausführungen werden in den nächsten Planungsschritten konkretisiert – das betrifft etwa Themen wie Tieflagen, Tunnel, Wannen und freie Strecken. Das gilt vor allem auch für die notwendigen Maßnahmen, die zum Schutz der Bevölkerung und des Naturraums umgesetzt werden“, heißt es in der Aussendung. Die nun vorliegende Empfehlung entspreche den Zielen von „Mobil im Rheintal“.

„Zwischen Cholera und Pest“

In Lustenau, durch dessen Gemeindegebiet in der östlichen und nördlichen Peripherie die Entlastungsstraße großteils führt, herrscht ob der Variantenentscheidung große Enttäuschung, ja Empörung. Bürgermeister Kurt Fischer (57) ist vor allem über die Nicht-Einbindung in die Entscheidung und die Art der Kommunikation erzürnt. „Keine Entlastungsstraße zu haben oder diese jetzt empfohlene ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Unser Siedlungsraum wäre durch zwei Autobahnen im Osten und im Westen zerschnitten.“

Auch die anderen Sprecher der Lustenauer Parteien bringen ihre Ablehnung der vorgeschlagenen Variante zum Ausdruck. „Ich bin enttäuscht, dass die von Lustenau und dem Land vorgeschlagene Z-Variante nicht berücksichtigt wurde“, sagt FPÖ-Chef Martin Fitz (50). Christine Bösch-Vetter (38) von den Grünen meint: „Die Ostumfahrung kommt einem Würgegriff gleich. Mit dieser Variante wird Lustenau von Autobahnen eingekesselt.“ Neos-Mandatar Matthias Schwabegger ortet den „verkehrsbedingten Todesstoß“.

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