Keine Masken, um Kindergartenkinder nicht zu erschrecken

Vorarlberg / 12.11.2020 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kinder sollen in Kindergärten möglichst viel Normalität erleben dürfen. Auch in angespannten Coronazeiten. VN/Bischof<p class="caption">
Kinder sollen in Kindergärten möglichst viel Normalität erleben dürfen. Auch in angespannten Coronazeiten. VN/Bischof

Pädagoginnen in Kindergärten sollen Mund-Nasenschutz nur tragen, wenn sie unter sich sind.

Bregenz Ob Kindergärten für den Regelbetrieb wie Schulen geschlossen werden, wird die Regierung vermutlich am Freitag bekanntgeben. 251 Kindergärten mit 2604 Kindern und 1952 Pädagoginnen und Pädagogen wären in Vorarlberg davon direkt oder indirekt betroffen. Bis Ende vergangener Woche haben sich 101 Betreuungspersonen sowie 14 Kinder in Kinderbetreuungseinrichtungen mit Corona infiziert.

„Es hat sich gezeigt, dass unsere Kinder nicht die Superspreader sind“, hält Heidemarie Thalhammer, Vorständin der Abteilung Elementarpädagogik im Land, fest.

Für viel Aufregung sorgten in den elementarpädagogischen Einrichtungen anfangs die Massentestungen. „Das hat die Kinder verschreckt, und wir haben zahlreiche kritische Reaktionen darauf bekommen. Zum Glück konnte diese Praxis nach den Vorgaben des Gesundheitsministeriums eingestellt werden.“

Vorsicht unter Kolleginnen

Gruppenquarantäne gibt es in Kindergärten auch dann nicht mehr, wenn mehr als ein Kind Symptome zeigt und abgesondert wird. Ähnliches gilt für die Betreuungspersonen. „Das elementarpädagogische Personal bemüht sich sehr, die Sicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten. Das heißt: Maske tragen, wenn sie nicht zusammen mit den Kindern sind, und den notwendigen Abstand einhalten“, erläutert die Abteilungsleiterin. Unter diesen Voraussetzungen gelten die Pädagoginnen nicht als Kontaktpersonen der Kategorie I und können auch bei Infektionen von Kolleginnen im Dienst bleiben. In Absonderung müssen nur jene Pädagoginnen, die engen Kontakt mit der infizierten Kollegin hatten.

Das komme gelegentlich vor, räumt die Abteilungsleiterin für Elementarpädagogik ein. Was in letzter Konsequenz dazu führen kann, dass der reguläre Kindergartenbetrieb zum Erliegen kommt und ein Notbetrieb eingerichtet werden muss.

Gewerkschafter Thomas Kelterer berichtet, dass sich mehrere Kindergartenpädagoginnen ängstigen, weil sie die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen nicht immer einhalten können. Es verwundere, dass die Kontaktpersonen Kategorie II nicht getestet werden und dass die Testpraxis grundsätzlich nicht jener des Pflegepersonals in Pflegeheimen entspreche.

Mimik und Gestik

Trotzdem sollen Kinder keine maskentragenden Pädagogoginnen erblicken. „Diese Entscheidung treffen die Pädagoginnen jedoch selber. Kleine Kinder brauchen den engen Kontakt mit ihren Pädagoginnen. Dazu gehören auch Mimik und Gestik. Sie sind verwirrt, wenn ihre Bezugspersonen Masken tragen“, erläutert Thalhammer.

Vorsicht ist dennoch geboten. Die Kinder sollen in kleinen Gruppen betreut werden, externe Personen dürfen nicht in die Kindergärten, Singen soll im Freien stattfinden, die Kinder werden vor der Eingangstür von den Eltern übergeben und übernommen, Spiele mit Körperkontakt sollen unterlassen werden.

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