Vogelgrippe breitet sich aus

Vorarlberg / 18.11.2020 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vogelgrippe breitet sich aus
2016 wütete die Vogelgrippe in Vorarlberg. APA

Bereits massenweise Tötungen in Deutschland. In Österreich gab es 2020 noch keinen Fall.

Schwarzach Das Jahr 2016 war ein Pandemiejahr. Von vielen Menschen zwar unbemerkt, für manche aber existenzgefährdend. Auch in Vorarlberg mussten komplette Putenbestände getötet werden, als die Vogelgrippe ins Land schwappte. Das Virus H5N8 ist zwar nicht auf den Menschen übertragbar, kann unter Federvieh aber extrem ansteckend sein. Nun droht die Geflügelpest zurückzukommen. Landesveterinär Norbert Greber schätzt das Risiko zwar etwas geringer ein als 2016, aber die Gefahr existiert.

Vogelgrippe breitet sich aus

Es war der Tod von 100 Vögeln am Bodensee, der 2016 Gewissheit brachte. Es folgten Stallpflicht, massenweise Tests und schließlich die Tötung von ganzen Beständen. Im November 2020 sind laut Auskunft der österreichischen Gesundheitsagentur Ages bereits H5N8-Fälle bei Wildvögeln in den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und den Britischen Inseln aufgetreten. In den Niederlanden, Deutschland und Großbritannien hat sich das Virus schon auf Nutztiere übertragen. In Mecklenburg-Vorpommern in Deutschland, rund 900 Kilometer von Bregenz entfernt, müssen 70.000 Hennen getötet werden. “Seit 2016/2017 wurde in Österreich kein hochpathogenes Geflügelpestvirus mehr nachgewiesen. Auch alle Untersuchungen heuer waren negativ”, erklärt Werner Windhager von der Ages. Dennoch wird die Lage beobachtet, sagt Landesveterinär Norbert Greber. “Allfällige Totfunde werden untersucht. Erst wenn in der Wildvogelpopulation die Infektion nachgewiesen ist, besteht akute Gefahr für das Hausgeflügel.” In diesem Fall werden Schutzzonen ausgesprochen, in denen das Geflügel nicht mehr aus dem Stall darf.

Leistungsrückgang melden

2016 handelte es sich um denselben Stamm. Er wird durch direkten Kontakt oder durch Futter übertragen. Deshalb lautet derzeit die Empfehlung des Landes, nicht im Freien zu füttern. “Parallel dazu wird das Wildvogelmonitoring intensiviert. Echte Maßnahmen setzen wir erst, wenn es den ersten positiven Fall gibt”, fährt Greber fort. Ob sich ein Bestand angesteckt hat, merke man zunächst am Leistungsrückgang, also zum Beispiel wenn weniger Eier gelegt werden, erläutert er. Daher sollen Besitzer unerklärbare Leistungsrückgänge melden.

Realistischerweise sei die Gefahr geringer als 2016, betont Greber. “Es gibt sicher noch Restimmunitäten bei Wildvögeln, sodass die Ausbreitung nicht so rasch erfolgen wird wie damals.” Nachsatz: “Aber schauen wir mal …”

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