Wie Cobra und Bundesheer zusammenwirken

Vorarlberg / 27.11.2020 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie Cobra und Bundesheer zusammenwirken
Regelmäßig üben Polizei, Rettung und Bundesheer sogenannte Sonderlagen. BUNDESHEER/KERSCHAT

Seit Jahren üben Soldaten und Polizisten die Kooperation.

Bregenz Es ist etwas passiert. Schulter an Schulter rücken die beiden Uniformierten vorsichtig vor, das Sturmgewehr im Anschlag, die Gesichter hinter Sturmhauben verborgen, der Kopf durch einen Helm geschützt. Nur in den Uniformfarben unterscheiden sich die beiden Exekutivbeamten: Einer trägt das Nachtblau der Polizei, der andere das Braungrau RAL7013 des Bundesheeres.

Doch wann kommt das Heer zum Einsatz: Nur über eine Anforderung zum Assistenzeinsatz, die unbürokratisch vom Land direkt an das Militärkommando gerichtet wird. In den vergangenen Jahren wurde die Zusammenarbeit geübt und geplant, das Bundesheer hat dafür eine “Reaktionskraft” ausgebildet und ausgerüstet. “Das ist deswegen wichtig, weil solche Polizeilagen keine militärischen Lagen sind und andere Anforderungen mit sich bringen”, betont Militärkommandant Brigadier Gunther Hessel.

Das Training mit nichttödlichen Waffen gehört ebenso dazu wie das gemeinsame Festnehmen von Personen oder der Kommunikation im Rahmen von Polizeiaufgaben. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz und der Polizei übte man bereits die Bewältigung vonTerroranschlägen, von gewalttätigen  Demonstrationen oder von Amokläufen auf offener Straße..

2017 übten Polizei und Heer in der Walgaukaserne den Einsatz während einer Terrorlage. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
2017 übten Polizei und Heer in der Walgaukaserne den Einsatz während einer Terrorlage. VN/Paulitsch

Diese Reaktionskraft steht auf Abruf bereit und könne untertags innerhalb einer halben Stunde, nachts innerhalb von 90 Minuten in den Einsatz gehen. Ihre Aufgaben wären in erster Linie die Sicherung der Polizei und das Abriegeln der Einsatzorte. Das Bundesheer wäre dann zum Beispiel der Riegel zwischen Bevölkerung und Angreifer. Eine Rolle spielt hier auch der neue Hägglund als erstes dauerhaft in Vorarlberg präsentes gepanzertes Fahrzeug. Er erlaubt die Bergung von Verletzten wie auch den Zugriff von Sondereinsatzkräften unter Panzerschutz. Seine reine Präsenz könne schon abschreckend wirken.

Es gibt jedoch auch Grenzen: So gibt es weder ein Jagdkommando noch Heereshubschrauber in Vorarlberg. Eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit von Polizei und Bundesheer im Ländle wurde schon vor dem Terroranschlag in Wien geplant. Wo die Herausforderung liegt und die Rolle des Landes dabei im letzten Teil dieser Serie.

Übung auf dem Gelände der Walgaukaserne 2017

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