Feldkirch schafft Grundlage für digitale Zukunft

Vorarlberg / 17.03.2021 • 15:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Die Stadtvertretersitzung fand nicht im, aber im Sinne des Rathauses statt. Livestream-Sitzungen sind gekommen, um zu bleiben.<span class="copyright">VN/Hartinger</span></p>

Die Stadtvertretersitzung fand nicht im, aber im Sinne des Rathauses statt. Livestream-Sitzungen sind gekommen, um zu bleiben.VN/Hartinger

Stadtvertretung beschließt einstimmig die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie.

Feldkirch Für die einen ist es lediglich ein Modewort, für andere eine der wichtigsten Veränderungen in unserer Gesellschaft: die Digitalisierung. Doch egal, welche Ansicht man auch teilt, digitale Angebote spielen heute bereits eine bedeutende Rolle. Unser Smartphone ist das Tor zur digitalen Welt geworden: Ob Kommunikation oder Informationsbeschaffung, Reisebuchung und Bankgeschäfte, ja selbst die Partnersuche hat sich in den digitalen Raum verlagert.

Diese Entwicklung hat auch vor der städtischen Verwaltung nicht haltgemacht. So sind viele Auskünfte oder sogar Amtsgänge nicht mehr zwangsweise mit einem Besuch im Rathaus verbunden, sondern können von zu Hause aus erledigt werden. Um der zunehmenden Digitalisierung Rechnung zu tragen, wurde nach den Gemeindewahlen im Herbst auch das neue Ressort für Technologie und Digitalisierung gegründet, welches von Stadtrat Georg Oberndorfer (Neos) geleitet wird.

Digitale Transformation

Für Oberndorfer geht es nach dem einstimmigen Beschluss und den dadurch erfolgten Startschuss für die Digitalisierungsstrategie vor allem darum, für die kommenden Herausforderungen strategisch richtig aufgestellt zu sein: „Es besteht kein Zweifel daran, dass die Geschwindigkeit der digitalen Transformation in den nächsten Jahren sogar noch zunehmen wird. In Zeiten knapper Ressourcen und enger Budgets müssen wir uns als Kommune daher gut überlegen, worauf wir uns fokussieren und in welche Technologien und digitale Tools und Plattformen wir investieren.“

„Wir müssen gut überlegen, in welche Technologien und Plattformen wir investieren.“

Georg Oberndorfer
Stadtrat für Digitalisierung

Die Stadt Feldkirch werde daher in den nächsten Monaten einen breit angelegten Beteiligungsprozess durchführen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Mitarbeitern der städtischen Verwaltung die Prioritäten für die nächsten Jahre festlegen. Klar ist für Stadtrat Oberndorfer, dass dabei die Interessen aller Menschen in Feldkirch im Zentrum stehen: „Wir werden in diesem Prozess nicht von einer Technikverliebtheit geleitet werden. Wir werden uns der zentralen Fragestellung widmen, was sich die Feldkircher Bürger an digitalen Angeboten und Dienstleistungen von einer Stadtverwaltung erwarten, damit ihr Leben in Feldkirch in allen Lebenslagen gelingen kann. Im Zentrum steht also nicht die Smart City, sondern die Happy Citizens.“

Expertengremium

Begleitet wird der Prozess von einem ca. 15-köpfigen Expertengremium, das Stadtrat Oberndorfer gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Matt in den vergangenen Wochen zusammengestellt hat. Die Mitglieder dieses Digital Boards haben alle einen persönlichen Bezug zur Montfortstadt, weil sie entweder aus Feldkirch stammen, in Feldkirch leben oder arbeiten. „Es freut uns ganz besonders, dass wir für dieses Gremium so viele interessante Persönlichkeiten gewinnen konnten. Von international renommierten Universitätsprofessoren über Manager aus der Wirtschaft oder von Bildungsinstitutionen bis hin zu Vertretern der lokalen Start-up- und Kreativszene sind alle dabei“, so Matt.

Läuft alles nach Plan, soll laut Oberndorfer ein erster Entwurf der neuen Digitalisierungstrategie bereits im Herbst der Stadtvertretung präsentiert werden.

Stadtvertretersitzungen live im World Wide Web

Wie digital die Feldkircher Stadtvertretung bereits ist, konnten die Mandatare im Rahmen der Sitzung am Dienstagabend gleich unter Beweis stellen. Diese fand nämlich per Videokonferenz, die für Bürgerinnen und Bürger mittels Livestream übertragen wurde, statt. Ein von Feldkirch blüht und Neos gemeinsam eingebrachter Antrag, die Stadtvertretersitzungen auch künftig live zu übertragen, fand dann auch durchaus Anklang. Aufgrund technischer, finanzieller und insbesondere rechtlicher Bedenken wurde der Antrag schließlich nach mehrheitlichem Beschluss (31:5 Stimmen) an den Technologieausschuss verwiesen. VN-WIM