Neuer Landesvolksanwalt: “Ich kenne das System”

Vorarlberg / 15.04.2021 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neuer Landesvolksanwalt: "Ich kenne das System"
Klaus Feurstein (links) übernimmt das Amt von Florian Bachmayr-Heyda, der wiederum der Nachfolger von Klaus Feurstein wird. SERRA

Für Klaus Feurstein ist es ein Vorteil, dass er zuvor Stadtamtsdirektor war.

Bregenz Der frühere Bregenzer Stadtamtsdirektor Klaus Feurstein ist am Mittwoch im Landtag zum neuen Landesvolksanwalt gewählt worden. 27 der 35 Abgeordneten stimmten für den 49-jährigen Bregenzer, der so die erforderliche Dreiviertelmehrheit erreichte. Seine Amtsperiode beginnt am 15. Mai und dauert sechs Jahre. Feurstein war seit 2014 Stadtamtsdirektor. Sein Vorgänger als Volksanwalt, Florian Bachmayr-Heyda, übernimmt ab Mitte April Feursteins früheren Posten. Landtagspräsident Sonderegger dankte Bachmayr-Heyda im Namen aller Landtagsklubs für seinen engagierten Einsatz.

Herr Feurstein, Sie wurden soeben gewählt. Wie geht es nun weiter?

Zuerst möchte ich meine Mitarbeiter kennenlernen. Als Organ des Landtags ist es mir wichtig, dass mich die verschiedenen Fraktionen als Person kennenlernen und dass ich Präsenz zeige. Als Landesvolksanwalt möchte ich für die Bürger da sein. Ich möchte ihnen einen einfachen und schnellen Zugang bieten. Der persönliche Kontakt zum Volksanwalt soll trotz Covid-19 möglich sein. Entweder direkt unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen oder in Form einer digitalen Sprechstunde. Für die ersten 100 Tage habe ich mir zum Ziel gesetzt, mich ordentlich in die neuen Aufgaben und Themen einzuarbeiten.

Was erwarten Sie sich?

Für die Vorarlberger Bürger ist es eine ganz wichtige Funktion. Ich freue mich auf eine sehr spannende und vielseitige Tätigkeit. Ich kann Menschen helfen, Gesetze und Verordnungen prüfen lassen und Vorschläge an die Verwaltung richten, um Verbesserungen im Sinne der Bevölkerung zu erreichen. Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe.

Wird Ihnen die Erfahrung als Stadtamtsdirektor helfen?

Ich habe immer den Fokus auf Bürgerinnen und Bürger und den Bürgerservice gelegt. Es ist sicher ein Vorteil, wenn man die Abläufe in der Verwaltung kennt und schon mit Anliegen der Bürgerinnen und Bürger konfrontiert war, die ich meines Erachtens bürgerorientiert gelöst habe. Ich kenne das System.

Wie werden Sie das Amt anlegen?

Ich bin ein Freund der kurzen Wege und der Meinung, dass man miteinander auf Augenhöhe umgehen muss, um die Probleme rasch zu lösen. Das funktioniert nur mit gegenseitiger Wertschätzung. Man muss aber unangenehme Dinge ansprechen. Das habe ich in der Vergangenheit immer getan und werde es auch in Zukunft tun.

Wurmt es Sie eigentlich, dass acht Abgeordnete Sie nicht gewählt haben?

Das ist eine demokratische Entscheidung und ich freue mich, dass ich von drei Vierteln der Abgeordneten den Vertrauensvorschuss bekommen habe. Ich bin überzeugt, dass meine Arbeit auch die anderen Fraktionen überzeugen wird und dass ich der Funktion entsprechend gut mit allen zusammenarbeite.