Impfstart bei Hausärzten

Vorarlberg / 22.04.2021 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Impfstart bei Hausärzten
Auch bei einigen Hausärzten werden jetzt die Impfspritzen aufgezogen.  VLK/SERRA

Ab sofort wird in fünf Pilotpraxen in Talschaften geimpft.

Dornbirn Neben den Impfstraßen haben am Donnerstag auch fünf niedergelassene Ärzte mit der Verabreichung von Covid-19-Schutzimpfungen begonnen. Es handelt sich um einen Pilotversuch. „Eine Ausrollung auf alle Praxen ist erst geplant, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht und der Zeitfaktor der Impfungen nicht mehr so entscheidend ist wie derzeit“, sagt der Sprecher der niedergelassenen Ärzte, Burkhard Walla. Die beteiligten Praxen befinden sich in Lech, im Klostertal und Montafon sowie im Bregenzerwald und im Leiblachtal. Damit soll Impfwilligen eine längere Anfahrt in eine der fünf Impfstraßen erspart werden. Dieter hätte für eine Impfung jede Fahrt in Kauf genommen. Der 52-jährige Hörbranzer ist, bedingt durch eine chronische Erkrankung, als Risikopatient eingestuft. Dass er sich jetzt bei seinem Hausarzt impfen lassen kann, fühlt sich für ihn gut an: „Er kennt mich und meine Krankengeschichte. Von daher passt es für mich.“

Warteraum als Herausforderung

In der ersten Woche sind 100 Impfungen geplant, wobei der Ablauf nach demselben Prinzip wie die Impfstraßen funktioniert. Das heißt, auch diese Impfungen laufen über das Vormerksystem des Landes. Dieter hatte sich dort schon angemeldet, danach leitete der Betriebsarzt die Priorisierung in die Wege. „Bald darauf erhielt ich die Impfeinladung“, erzählt er. Impfort, nämlich die Ordination seines Hausarztes, und Impfdatum standen fest, er brauchte nur noch den Zeitpunkt auszuwählen. Heute, Freitag, wird Dieter die erste Dosis der Coronaschutzimpfung erhalten. Er ist froh darüber.

Die Impfmöglichkeit in den Ordinationen wurde laut Burkhard Walla gut angenommen. „Die Impftermine konnten über das bestehende System unkompliziert gebucht werden“, weiß er aus Rückmeldungen seiner Kollegen. Die Abwicklung über die Plattform des Landes wird positiv bewertet. So kann auf bereits bestehende Abläufe und Prozesse zurückgegriffen werden. Was den Aufwand in der Praxis betrifft, werden die Logistik und die Schaffung von genügend Platz für die Wartezeit nach der Impfung als die größten Herausforderungen bezeichnet. Nach wie vor herrscht bei manchen Patienten auch eine gewisse Unsicherheit in Bezug auf die Impfung. „In der Regel können diese Bedenken im Rahmen eines persönlichen Gesprächs jedoch ausgeräumt werden“, berichtet Burkhard Walla. Überdies sind die Ärztinnen und Ärzte schon seit Beginn der Impfungen mit Aufklärungsgesprächen beschäftigt.

Kürzere Wege für Impfwillige

Das Impfangebot im niedergelassenen Bereich wird insgesamt begrüßt. Durch diese Möglichkeit kann das Impftempo erhöht werden, vorausgesetzt, es steht genügend Impfstoff zur Verfügung, denn: „Damit werden die Wege für die Impfwilligen kürzer.“ Eine Steigerung der Impfbereitschaft erwarten sich die Hausärzte, wenn die strengen Priorisierungsrichtlinien nicht mehr notwendig sind und sich Impfwillige den Impfarzt aussuchen können.