5. Vorarlberger Orgeltag: Klingende „Königinnen“ im Fokus

Vorarlberg / 08.11.2021 • 16:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Münster in Schruns spielten Schüler an der Orgel. <span class="copyright">SCO</span>
Im Münster in Schruns spielten Schüler an der Orgel. SCO

Musikfreunde aus dem ganzen Land reisten zum Orgeltag ins Montafon.

TSCHAGGUNS, SCHRUNS Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Tschagguns und das Münster Heiliger Jodok zu Schruns beheimaten klanggewaltige Orgeln. Ihre Klänge verleihen Glanz in den freudvollen Stunden und spenden Trost in Zeiten von Trauer und Leid. Nach Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Lustenau waren unlängst die beiden Gemeinden im Herzen des Montafons Austragungsort des fünften Vorarlberger Orgeltags. Gemeinsam mit dem Kirchenmusikreferat der Diözese Feldkirch und mit der Arbeitsgemeinschaft Musikerziehung Österreich hatten die Orgel-Lehrenden an den Musikschulen des Landes dorthin geladen. „Die Orgeltage der vergangenen Jahre verfolgten den sozialen Aspekt der landesweiten Begegnung und boten für die gesamte Region ein Forum des gegenseitigen Austauschs“, machten die Institutionen und Lehrenden zusammen aufmerksam. „Mit den Orgeltagen möchten wir vor allem junge Menschen für die Faszination der Orgel und deren Vielfalt begeistern“, hob Pädagogin Julia Rüf im Gespräch hervor.

Mathias Lang, Michael Neunteufel, Julia Rüf, Christian Lebar und LAbg. Christoph Thoma in der Pfarrkirche Tschagguns.
Mathias Lang, Michael Neunteufel, Julia Rüf, Christian Lebar und LAbg. Christoph Thoma in der Pfarrkirche Tschagguns.

Orgelschülerzahl verdoppelt

In Tschagguns war gleich zum Auftakt des fünften Orgeltags die Bergöntzle-Orgel in französisch-barocker Pracht zu erleben. Zwischen den beiden Kirchenstandorten erzählte Kulturvermittlerin Gabi Juen auf einem Spaziergang historische Geschichten. „Das Orgelkonzert in Schruns, bei dem nur Schüler spielten, war für die meisten jungen Organisten der Höhepunkt dieses Tages. Ein Konzert auf einem für sie völlig neuen Instrument war natürlich eine große Herausforderung, aber es überwog dabei zum Glück der Stolz und die Begeisterung“, ergänzte Rüf. „Mithilfe der Orgeltage ist es uns gelungen, die Schülerzahl im Fach Orgel in Vorarlberg zu verdoppeln, während in allen anderen Bundesländern in Österreich die Zahl der Orgelschüler zurückgegangen ist“, stellte Fachbereichsleiter Michael Neunteufel erfreut fest.

Christian Lebar, Julia Rüf und Michael Neunteufel mit den jünsten Orgelfans beim <br/>5. Vorarlberger Orgeltag im Gasthof Löwen.<span class="copyright">SCO</span>
Christian Lebar, Julia Rüf und Michael Neunteufel mit den jünsten Orgelfans beim
5. Vorarlberger Orgeltag im Gasthof Löwen.SCO

Imposantes Instrument

Rund 80 Menschen lernen aktuell an den Vorarlberger Musikschulen das Orgelspiel. „Die Orgel ist für mich eines der imposantesten Instrumente überhaupt, die die Kirchen immer wieder zu monumentalen Klangräumen machen“, so der Bludenzer Kulturmanager und Landtagsabgeordnete Christoph Thoma. Den Organisatoren des Musikschulwerks, Julia Rüf, Michael Neunteufel, Christian Lebar und Mathias Lang, dankte er für die Organisation und die dramaturgische Gestaltung des Orgeltags.

Orgel-Schnupperstunden

2015 wurden die Orgeltage für ihr nachhaltiges Konzept und für die qualitätsvolle Durchführung mit dem Alumni-Preis der Wiener Musikuniversität ausgezeichnet. Orgelspiel und -unterricht lassen sich jederzeit ausprobieren. „Die praktischen Möglichkeiten dafür haben sich zahlreich bewährt“, machen die katholische Kirche, das Musikschulwerk und die Arbeitsgemeinschaft Musikerziehung auf den Musikunterricht der besonderen Art aufmerksam. Nach Maßgabe der verfügbaren Plätze gibt es laut den Veranstaltern kostenfreie bzw. kostengünstige Orgel-Schnupperstunden. Informationen dazu gibt es in den Musikschulen. SCO

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt mit der Bergöntzle-Orgel in Tschagguns.
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt mit der Bergöntzle-Orgel in Tschagguns.

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