Neue Homebase für Jugendliche

Martin Schöpf zieht eine Zwischenbilanz zur Offenen Jugendarbeit im Großen Walsertal.
Großes Walsertal Seit Mai bietet die JKAW (Jugend Kultur Arbeit Walgau) auch im Großen Walsertal Jugendarbeit an. An verschiedenen Plätzen im Großen Walsertal können sich die Jugendlichen den Jugendarbeitern anvertrauen und ihnen von ihren Problemen und Ängsten berichten. Wie die Offene Jugendarbeit im Großen Walsertal angenommen wird, erzählt Martin Schöpf, Jugendarbeiter der JKAW und Verantwortlicher für die Jugendarbeit im Großen Walsertal, im VN-Gespräch.
Wie kommt die Jugendarbeit im Walsertal an?
Martin Schöpf Den Rückmeldungen der Jugendlichen, aber auch der Eltern, Gemeinden und Einwohner zufolge sehr gut! Es herrscht an allen bespielten Orten ein sehr schönes und produktives Miteinander. Und auch das eigene Empfinden der JKAW-Mitarbeiter spiegelt dasselbe Bild wider.
Wie viele nehmen das Angebot an?
Martin Schöpf Das war über die letzte Zeit hinweg sehr unterschiedlich und kommt ganz auf die gewählten Termine und Wochentage an. An einem Tag, an dem Fußballtraining im Kalender stand, kamen die Jugendlichen natürlich sehr spärlich und an anderen Tagen wiederum kamen sehr viele. Wir haben dann die Termine so gelegt, dass sie auch mit den im Großen Walsertal vorherrschenden Vereinen gut harmonieren. Nun suchen regelmäßig zwischen 15 und 20 Jugendliche unser Angebot auf.
Gibt es örtliche Unterschiede?
Martin Schöpf Örtliche Unterschiede konnte ich bis jetzt nicht ausmachen. Durch die Strecken im Großen Walsertal gibt es Orte, die leichter und schneller von gewissen Jugendlichen erreicht werden können, und andere Orte, die für manche Jugendliche zu weit weg sind. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass uns eine Kerngruppe der Jugendlichen immer folgt, egal wo wir unsere Zelte aufbauen.
Was sind die Schwerpunkte der Jugendarbeit dort?
Martin Schöpf Die Schwerpunkte im Großen Walsertal unterscheiden sich nicht wesentlich zu den Schwerpunkten an anderen Orten. Es geht in unserer Arbeit immer um die Jugendlichen. Wir begleiten diese jungen Menschen durch ihre Lebenswelten mit all ihren Bedürfnissen, Ängsten und Problemen.
Was heißt das konkret?
Martin Schöpf Wir haben unseren Jugendarbeiterbus und fahren mit diesem an bestimmte Orte, an denen wir mit den Jugendlichen in Kontakt kommen. Wir haben einiges an Equipment dabei und schaffen somit vor Ort eine Art Wohnzimmercharakter. Wir machen eine Mischung aus Freizeitgestaltung wie Fußball, Basketball, Volleyball und Kartenspielen sowie Beziehungsarbeit. Wir reden viel mit den Jugendlichen und bauen Vertrauen zu ihnen auf, machen Einzel- und Gruppenarbeiten mit ihnen. Wir bewegen uns in ihren Lebenswelten und begleiten sie beim Erstellen ihrer Lebenskonzepte. Des Weiteren werden Sensibilisierungsmaßnahmen anhand von Präventionsworkshops erstellt, wie Suchtprävention, Gewaltprävention und Sexualität.
Wie oft fahrt ihr ins Walsertal?
Martin Schöpf Aktuell fahren wir jeden Freitag ins Große Walsertal und schlagen unsere Homebase an einem anderen Ort auf und hoffen so, möglichst viele Jugendliche abholen zu können.
Was sind die nächsten Schritte?
Martin Schöpf Wir sind ständig im Aufbau. Zudem sind wir in Gesprächen, unser Angebot zukünftig auch an fixen Standpunkten, sprich Jugendräumen, anbieten zu können. Dies würde und wird dann sicherlich ein Meilenstein und das nächste Level für die Jugendarbeit im Großen Walsertal bedeuten.
Zur Person
Martin Schöpf
Geburtsjahr 1987
Wohnort Gaißau
Beruflicher Werdegang Ehemaliger Polizist und nun seit guten zwei Jahren Jugendarbeiter
Hobbys Musik, Sport, Abenteuer und gutes Essen