In Dornbirn gilt jetzt eine Baumschutzrichtlinie

Vorarlberg / 25.11.2021 • 08:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Dornbirn gilt jetzt eine Baumschutzrichtlinie
Auch die Platane in der Schulgasse, für deren Erhalt sich die Grünen stark machen, wird von der Baumschutzrichtlinie geschützt. lcf

Stadtrat verabschiedet Baumschutzrichtlinie, vor allem zur Freude der Grünen.

Dornbirn Der Stadtrat hat eine verwaltungsanweisende Richtlinie beschlossen, die Standards für den Baumschutz in Dornbirn festlegt. Daran sind sowohl alle Mitarbeiter der Verwaltung gebunden als auch private Auftragnehmer wie zum Beispiel Fernwärmebetreiber. Das heißt, dass vorhandene Bäume so weit in die Planung von Bauprojekten miteinbezogen werden müssen, dass sie die Bauarbeiten unbeschädigt überleben.

Freude bei den Grünen

“Mit der Baumschutzrichtlinie etablieren wir eine völlig neue Kultur“, freut sich Umweltstadträtin Juliane Alton. „Bislang wurden Bäume wie Störfaktoren behandelt und oft unüberlegt ohne Beschluss umgeschnitten oder grob beschädigt, sodass sie ein paar Jahre später abstarben.“

Jetzt sei Plangenauigkeit gefordert: Jeder Baum muss samt Krone und Wurzelbereich in den Bauplänen eingezeichnet werden. Bäume werden während des Baus durch Bretterzäune geschützt. „Soll ein Baum entfernt werden, muss auch das im Plan eingezeichnet sein und ist Teil eines politischen Beschlusses“, erklärt die Stadträtin.

Private Bäume im Blick

Für die Dornbirner Grünen ist die Richtlinie ein besonderer Erfolg, seit Jahren kämpfen sie für einen besseren Schutz von Bäumen in Dornbirn, nachdem etliche markante Bäume in der Stadt gefällt worden sind – darunter die über 100-jährige Rotbuche und die dreistämmige Linde im Kirchenpark, ein prachtvoller Nussbaum beim Kindergarten Markt, eine große Thuje in der Dr.-Waibel-Straße und viele weitere.

Allerdings gilt die Verordnung nur für städtische Bauprojekte, Bäume auf privaten Grundstücken umfasst sie nicht. Alton ergänzt daher: „Was ich mir darüber hinaus wünsche, ist eine Ergänzung des Natur- und Landschaftsschutzgesetzes auf Landesebene zum Schutz der Bäume auf privatem Grund.“

Als Symbol für ihre Bemühungen um den Baumschutz diente den Grünen bisher die Platane in der Schulgasse, die durch die Erweiterung der Fußgängerzone bedroht ist. „Im Architektenplan dazu fehlt die Platane. Doch die neue Baumschutzrichtlinie gilt auch für diesen Baum“, freut sich Juliane Alton.

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