Rätsel um angebliche Attacke mit Axt

Vorarlberg / 12.12.2021 • 18:30 Uhr
Rätsel um angebliche Attacke mit Axt
Der Angeklagte behauptet, von einem Mann mit einem Beil angegriffen worden zu sein. Eckert

Heftiger Streit mit den Brüdern seiner ehemaligen Frau brachte 34-Jährigen vor Gericht.

Feldkirch Ein türkischer Staatsbürger ist am Landesgericht Feldkirch angeklagt, mit seinen drei ehemaligen Schwagern gestritten und sie geschlagen zu haben. Mit ihm Spiel war auch ein ihnen bekannter 35-jähriger Vorarlberger. Der 34-jährige Angeklagte hatte ihm dereinst an einer Kreuzung aufgelauert. Der Vorarlberger kam mit dem Motorrad des Weges und fuhr an den Straßenrand, nachdem ihn der Beschuldigte herangewinkt hatte.

„Ich dachte, er will mich begrüßen“, so der 35-Jährige als Zeuge vor Gericht. Stattdessen habe ihm der Angeklagte gedroht, er solle gefälligst seine ehemalige Frau in Ruhe lassen, sonst werde er ihn umbringen. Doch der Vorarlberger kennt die Familie der Frau seit seiner Kindheit und wollte sich von dem Beschuldigten nicht verbieten lassen, mit seinen Bekannten einen Kaffee zu trinken und zu plaudern.

Verwandtschaft informiert

Der Vorarlberger rief daraufhin die drei Ex-Schwager des Angeklagten an. Die stellten dann Letzteren zur Rede. „Wir wollten das ganz vernünftig ausreden“, sagt der eine als Zeuge vor Gericht. „Ja, wir wollten die Sache direkt klären“, behauptet der andere. Doch dann gab ein Wort das andere, die vier Männer schubsten sich herum und zwei der drei Brüder bekamen einen Schlag ab.

Doch sie wollen auf Anfrage des Richters kein Schmerzengeld. Nur ihre Ruhe, wie sie beteuern. Sie selbst hätten weder geschlagen noch den Ex-Ehemann ihrer Schwester angegriffen. Der Angeklagte hingegen erzählt eine ganz andere, recht abenteuerliche Version.

Widersprüchliche Aussagen

„Der eine ging mit einer Axt auf mich los. Ich hatte mein kleines Kind dabei und deshalb Angst. Zuerst bin ich etwa zwanzig Meter zurück gegangen, dann sah ich mich gezwungen, mich zu verteidigen, deshalb habe ich mit der Faust zugeschlagen“, rechtfertigt sich der Beschuldigte. Die Gegenseite behauptet, der Beschuldigte sei nicht ganz richtig im Kopf, er müsse in die Valduna, bevor noch etwas passiert. Sie riefen damals die Polizei. Die kam, suchte nach der Axt, fand aber weit und breit nichts. Der Prozess wurde wegen der notwendigen Einvernahme noch weiterer Zeugen vertagt.