Infusionsambulanz steht bereit

Kapazität ist vorderhand auf 55 Antikörper-Infusionen pro Tag ausgelegt.
Dornbirn Aus der Infektionsambulanz, die in der Anfangsphase der Coronapandemie auf dem Dornbirner Messegelände eingerichtet worden war, wurde jetzt eine Infusionsambulanz. An drei Plätzen können ab sofort Antikörper-Therapien für Covid-19-Risikopatienten verabreicht werden. Wie berichtet, soll die medikamentöse Behandlung vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen und damit die Krankenhäuser entlasten. Für die Therapie infrage kommen frisch PCR-positiv getestete Personen mit genau festgelegten Vorerkrankungen. „Antikörper zeigen eine sehr gute Wirksamkeit“, erklärte Robert Spiegel, Impfkoordinator der Ärztekammer, bei der Vorstellung des neuen Behandlungszentrums. Je nach Virusvariante beträgt sie bis zu 85 Prozent.
Wenig für Omikron
Kleiner Wermutstropfen: Vom Medikament, das die Omikron-Variante entschärfen soll, sind derzeit nur 700 Einheiten verfügbar. Wann der Nachschub rollt, kann Spiegel derzeit aber nicht sagen. Genug ist hingegen von jenem Arzneimittel vorhanden, das gegen die Delta-Variante wirkt. Zudem steht demnächst eine Tablette zur Verfügung, die jedoch nur über die Krankenhaus-Apotheken abgegeben wird. Gleichzeitig betont der Allgemeinmediziner, dass diese Behandlungen keine Alternativen zur Impfung sind, denn: „Der Schutz durch Antikörper hält nicht ewig.“ Die Infusionsambulanz zwischen Halle 4 und 5 ist auf 55 Infusionen pro Tag ausgelegt. Laut Robert Spiegel reicht eine Infusion aus. Der Patient bleibt zwei Stunden, wovon eine Stunde der Nachbeobachtung dient. Der Grund: Antikörper können Allergien auslösen. „Da müssen wir sehr vorsichtig sein.“
Bedarf schwer einzuschätzen
Die Zuweisung erfolgt durch das Infektionsteam. Mitarbeitende melden dem Betroffenen den positiven PCR-Test und fragen ihn nach Vorerkrankungen ab. Bestehen Indikationen, die ins Schema passen, erhält der Covidkranke ein Einverständnisformular zugesandt, das er ausgefüllt direkt an das Zentrum übermittelt. Nach Vorliegen der Virusvariante wird der Patient telefonisch zur Therapie einberufen. Auch niedergelassene Ärzte können Covidpatienten anmelden. Von dort werden die meisten Patienten kommen, schätzt Robert Spiegel.
Spitalsambulanzen könnten diese Therapie ebenfalls verabreichen, aufgrund der hohen Infektiosität der Omikron-Variante wird jedoch vorsorglich „draußen behandelt“, wie Spiegel anmerkte. Die Verabreichung erfolgt durch Ärzte, die sich aus dem Pool der bisherigen Impfärzte rekrutieren. Wie hoch der Bedarf an der Antikörper-Behandlung ist, sei schwer einzuschätzen. Auf jeden Fall kann die Infusionsambulanz jederzeit erweitert werden. Robert Spiegel selbst rechnet am kommenden Montag mit den ersten Covid-19-Patienten.
„Der Patient bleibt zwei Stunden, eine Stunde dient der Nachbeobachtung.“
